Christo und Jeanne-Claude
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Christo und Jeanne-Claude sind ein Kunstlerehepaar.
Christo wurde bekannt als Verpackungskunstler, nachdem er sich dem 'Nouveau Realisme' (franzosische Kunstlervereinigung) angeschlossen hatte. Wie bei den meisten Protagonisten der aus dem Nouveau Realisme hervor gegangenen, soziologisch inspirierten Kunstauffassung, entwickelte sich seine Kunst ursprunglich aus der Assemblage (siehe auch: Objektkunst). Spater realisierte Christo zusammen mit seiner Frau Jeanne-Claude Verhullungsaktionen an Gebauden und Grossprojekte in Landschaftsraumen.
| Table of contents |
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1 Christo
2 Jeanne-Claude
3 Das Kunstlerpaar
4 Neue Ufer
5 Die documenta
6 Wrapped Coast
7 Valley Curtain
8 Running Fence
9 Wrapped Walk Ways
10 Surrounded Islands
11 Die Pont Neuf
12 Umbrellas
13 Der Reichstag
14 The Gates
15 Vorlaufer
16 Werke (Auswahl)
17 Literatur
18 Weblinks
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Christo
Christo wird am 13. Juni 1935 als Christo Jawaschew (bulgarisch Христо Явашев) in Gabrowo in Bulgarien geboren. Seine Eltern, Wladimir Jawaschew, ein Wissenschaftler und seine Mutter, Tsweta Dimitrowa, eine ehemalige Sekretarin an der Akademie der schonen Kunste in Sofia, heiraten 1930 und bekommen drei Kinder: Ananin, Christo und Stefan.
Mit sechs Jahren erhalt Christo seine ersten Zeichen- und Malstunden. Haufig besuchen Kunstler der Akademie die Jawaschews und unterrichten Christo, dessen kunstlerisches Talent fruh bemerkt wird.
1944 marschiert die Rote Armee in Bulgarien ein und eine kommunistische Regierung wird eingerichtet. Christo hegt eine Vorliebe fur das Theater und inszeniert in seiner Jugend Stucke von Shakespeare. Hierbei wird sein organisatorisches Talent deutlich. Christo wunscht sich an der Akademie der schonen Kunste aufgenommen zu werden. Dies gelingt ihm 1953, doch er ist enttauscht, da von der kommunistischen Partei ein sozialistischer Lehrplan vorgegeben wird und Christo sich nicht entfalten kann.
1956 besucht er Verwandte in der Tschechoslowakei und entschliesst sich Anfang 1957 zu fliehen. In Wien wird er bei Freunden seines Vaters aufgenommen, doch er ist aufgrund seiner Flucht staatenlos geworden. Nach einem Semester auf der Wiener Akademie der schonen Kunste und einem Aufenthalt in Genf geht Christo nach Paris.
Christo lebt in standiger finanzieller Not und verdient etwas Geld durch Portratmalerei. Er besucht viele Ausstellungen und Museen. Er ist inspiriert von Joan Miro, Nicholas de Stael und vor allem von Jean Dubuffet. Im Januar 1958 stellt Christo seine erste Verhullung her. Er verhullt eine leere Farbdose mit einer harzgetrankten Leinwand, verschnurt sie und farbt sie mit Leim, Sand und Autolack. Christo kennt den Grund fur seine ersten Verpackungen nicht. In gewisser Hinsicht spiegeln sie sein Selbstbild wider: Das Gefuhl kultureller Isolierung, Traurigkeit und Armut. Christo ist fasziniert von Paris und geniesst seine Freiheit. Er mietet sich ein kleines Atelier und setzt das Arbeiten an seinen Verhullungen fort (Inventory Reihe).
Christo verdient weiterhin nur wenig Geld mit seinen Portratmalereien, die er als Prostitution bezeichnet. Christo lernt den deutschen Unternehmer Dieter Rosenkranz kennen, der einige seiner Verhullungen kauft. Als Christo Dieter Rosenkranz in Deutschland besucht schliesst er Bekanntschaften mit einigen Kunstlern, unter anderem Yves Klein. Ausserdem lernt Christo den Kunsthistoriker Pierre Restany kennen. Seine Verhullungen werden von vielen Kunstlern verkannt. Christo lebt noch immer in finanzieller Not und gesellschaftlicher Isolierung, er hat zudem Schwierigkeiten mit der franzosischen Sprache.usw.
Jeanne-Claude
Jeanne-Claude wird am selben Tag wie Christo, dem 13. Juni 1935 in Casablanca geboren. Ihre 17-jahrige Mutter Precilda und ihr Vater, der Major Leon Denat, die aufgrund der Minderjahrigkeit von Precilda ungesetzlich heiraten, trennen sich kurz nach der Geburt von Jeanne-Claude. Diese wachst in gestorten Familienverhaltnissen auf, da ihre Mutter Precilda weitere drei Mal heiratet und sich wahrend des Zweiten Weltkriegs bei den Freien Franzosen meldet und sich somit wenig um ihre Tochter kummern kann.
Jeanne-Claude wachst deshalb zu einem grossen Teil bei der Familie ihres Vaters auf, die sie schlecht behandelt. Als Precilda 1945 nach dem Krieg ihre zehnjahrige Tochter abholt ist diese vollig verstort und unterernahrt. Precilda baut ihre Tochter wieder auf, Jeanne-Claude erhalt von nun an eine gute, strenge aber herzliche Erziehung, eine gute Bildung und ein wohlhabendes Leben. 1946 heiratet Precilda ein letztes Mal, den einflussreichen General Jaques de Guillebon. Zwischen 1945 und 1952 wohnt die Familie in Paris. Zwischen 1952 und 1957 aus beruflichen Grunden von Jaques de Guillebon in Tunesien und ab 1957 lebt die Familie wieder in Paris. Jeanne-Claude lebt in einer privilegierten Gesellschaft, geht auf viele Feiern und wird von vielen Mannern umworben. Sie erhalt einen Schulabschluss mit Auszeichnung, doch sie erkennt keinen Sinn in Ihrem Leben, hat keine Aufgaben und Ziele und ist unselbstandig
Das Kunstlerpaar
thumb|Das Kunstlerehepaar Christo und Jeanne-Claude Im Oktober 1958 erhalt Christo einen Auftrag fur ein Portrat von Precilda de Guillebon. Christo und Jeanne-Claude sehen sich dadurch zum ersten Mal. Jeanne-Claude ist im Gegensatz zu ihrer Mutter am Anfang nicht sehr begeistert von Christo. Doch ihrer Mutter gefallen die Portrats und sie erteilt Christo weitere Auftrage. Bald lernen sich Christo und Jeanne-Claude naher kennen und er erteilt ihr Lehrstunden in Kunstgeschichte, sie dagegen lehrt ihn ein besseres Franzosisch zu sprechen. Christo arbeitet indessen an seinen Verpackungen weiter. Er ist inspiriert von Jackson Pollock und Jean Tinguely. Christo freundet sich mit Jeanne-Claudes Halbschwester Joyce an und verliebt sich in sie. Jeanne-Claude verlobt sich mit ihrem Freund Philippe Planchon. Einen Monat vor der Heirat, nachdem sich Christo und Joyce trennen verlieben sich Christo und Jeanne-Claude ineinander, doch die Heirat mit Philippe findet statt. Nach den Flitterwochen trennt sich die von Christo schwangere Jeanne-Claude von ihrem Ehemann. Zunachst verheimlicht sie ihre Schwangerschaft.
1959 widmet sich Christo mehr denn je seine Verpackungen, aber er andert seinen Stil. Er belasst das Material so wie es ist und behandelt es nicht mit Leim und Sand. 1960 lasst er dann jegliche Bemalung weg und beendet somit seine Inventory Reihe. Christos Verpackungen rufen eine unglaubliche Spannung hervor, ahnlich wie vor der Bescherung an Weihnachten. Seine Verpackungen sind „eine Offenbarung durch Verbergen“ (David Bourdon). Wahrend sich die meisten Kunstler die Unsterblichkeit erhoffen betont Christo die Sterblichkeit durch seine Verganglichen Werke. Im Herbst besuchen Niki de Saint Phalle und Jean Tinguely das Atelier von Christo. Christo schliesst immer mehr Bekanntschaften mit immer mehr Kunstlern. Die Liebe zwischen Christo und Jeanne-Claude ist noch immer heimlich und am 11. Mai 1960 wird ihr Sohn Cyril geboren. Als Jeanne-Claudes Eltern die Liebesaffare bemerken sind sie entrustet, da Christo aus niederen Verhaltnissen stammt und entsagen dem Paar jegliche finanzielle Unterstutzung, so dass sie in Armut leben mussen, was fur Christo allerdings kein neuer Umstand war.
1961 verhullt Christo mit Tonnen am Kolner Hafen erstmals grossere Gegenstande. Die Eltern Jeanne-Claudes beginnen sich langsam mit ihrer Tochter auszusohnen und interessieren sich fur ihr Enkelkind. Das Paar nimmt 1962 das erste monumentale Projekt, „Rideau de Fer“ in Angriff. Hierbei wird eine Seitenstrasse an der Seine, die Rue Visconti durch hoch aufgestapelte Olfasser versperrt. Sie liessen sich dabei vom Bau der Berliner Mauer inspirieren, uberlassen die Interpretation allerdings dem Betrachter. Trotz einiger Probleme mit den Behorden stapelt das Paar ohne eine Genehmigung am 27. Juni die Olfasser aufeinander. Jeanne-Claude kann die heranruckenden Polizisten hinhalten und davon uberzeugen, die Fasser fur einige Stunden stehen zu lassen. Anwohner und Verkehrsteilnehmer sind emport und verargert. Wie sollen sich die Berliner fuhlen, bei denen nicht nur eine Strasse versperrt, sondern eine ganze Stadt getrennt wird? Wahrend des Visconti Projekts hat Christo in Paris seine erste Einzelausstellung. Christo kann in seiner Galerie sogar einige Verpackungen verkaufen, er wird durch das Visconti Projekt in Paris bekannt und es wird uber ihn geredet. Am 28. November 1962 heiraten Christo und Jeanne-Claude. Sie sind immer noch sehr arm, aber sparen Geld fur eine Fahrt nach New York, weil sich das Kunstzentrum von Paris nach New York verlagert.
Neue Ufer
Im Februar 1964 kommen Christo und Jeanne-Claude in New York an. Nach einer kurzen Ruckkehr nach Europa verlagern die Christos ihren Wohnsitz im September endgultig nach Amerika. Christo stellt in einigen bekannten Galerien aus, unter anderem Galerie Castelli in New York und die Galerie Schmela in Dusseldorf. Christo und Jeanne-Claude haben anfangliche Schwierigkeiten, sich im neuen Land einzuleben. Es bestehen Sprachbarrieren, sie sind verschuldet und haben noch keine Wohnung. Nach langer Suche finden sie eine heruntergekommene Wohnung, die sie zwei Monate lang renovieren mussen und in dieser Zeit konnen sie kein Geld verdienen, so dass der Schuldenberg anwachst. Christo beginnt Ladenfronten zu verhullen, die er selbst massstabsgetreu herstellt. Durch deren Verkauf konnen die Schulden getilgt und Grossprojekte realisiert werden. Das nachste Projekt ist ein riesiges 1200 Kubikmeter grosses Paket, das mit Hilfe von begeisterten Studenten hergestellt wird. 1967 besuchen die Eltern Jeanne-Claudes und Christos Vater das Paar in deren Wohnung. Anfang 1968 trennt sich das Paar von der Galerie Castelli, um unabhangig zu bleiben.
Die documenta
1968 bekommen Christo und Jeanne-Claude die Moglichkeit zu einer Teilnahme an der documenta 4 in Kassel. Hierfur mochte das Paar ein Paket mit einem Volumen von 5.600 Kubikmetern herstellen, welches durch Krane hochgehoben werden soll und noch in 25km Entfernung zu sehen sein soll. Die ersten Versuche, seit dem 24. Juni schlagen jedoch fehl, da die Haut aus Polyethylen beim Anheben haufig platzt. Nach mehrfachen Reparaturen und der Herbeischaffung der beiden grossten Krane Europas kann das Projekt verwirklicht werden. Das Paket steht zwei Monate lang und kostet Christo und Jeanne-Claude 70.000 Dollar, die sie mit viel Muhe aufbringen konnten.
Wrapped Coast
Am Ende des Jahres 1969 verhullen Jeanne-Claude und Christo eine Kuste in Australien, mit Hilfe von 130 Helfern die insgesamt 17.000 Arbeitsstunden investieren. Es werden 9300m² Synthetikgewebe und 56km Seil verlegt. Nach anfanglichen Widerstanden der Behorden und der Offentlichkeit sind die Reaktionen nach der Fertigstellung des Projekts weitgehend positiv. Christo und Jeanne-Claude sind ein perfektes Team und erganzen sich hervorragend. Christo hat grosse kunstlerische Fertigkeiten und Jeanne-Claude ein sehr gutes organisatorisches Talent, trotzdem entscheiden sie alles gemeinsam, sowohl im kunstlerischem als auch organisatorischem Bereich.
Valley Curtain
Am Ende des Jahres 1970 beginnen Christo und Jeanne-Claude mit den Vorbereitungen fur das Projekt „Valley Curtain“. Dabei soll ein Tuch mit einer Lange von 400m uber ein Tal der Rocky Mountains in Colorado gespannt werden. Es gibt einige Probleme mit der Beschaffung der Genehmigung fur das Projekt, mit Umweltschutzern und der Finanzierung des geplanten Budgets von 230.000 Dollar. Das 14.000m² grosse Tuch soll an einem Stahlseil aufgehangt werden, das mit Eisenstaben jeweils an den Hangen in Beton befestigt werden soll.
Jeweils 200 Tonnen Beton mussen manuell in Eimern auf jeden Hang getragen werden. Der Etat erhoht sich auf 400.000 Dollar und die Christos bekommen wieder einmal Probleme mit der Finanzierung. Sie konnen schliesslich genug Kunstwerke verkaufen, um das Geld aufzubringen. Am 10. Oktober 1971 kann der orange gefarbte Vorhang aufgehangt werden. Doch der Versuch misslingt, da der Vorhang von Wind und Felsen Zerfetzt wird. Voller Enttauschung entschliesst sich das Kunstpaar einen neuen Vorhang herzustellen und es nochmals zu versuchen. Wahrenddessen erhalt Christo eine Postkarte eines Berliner Architekten, den Reichstag zu verhullen. Christo gefallt diese Idee und setzt sich damit auseinander. Am 10. August 1972 gelingt der zweite Versuch das Tuch aufzurichten, doch nur 28 Stunden spater wird es vom Wind abermals zerstort. Christo und Jeanne-Claude sind dennoch mit ihrer Leistung zufrieden.
Running Fence
1973 erhalt Christo nach 17-jahriger Staatenlosigkeit die US-amerikanische Staatsburgerschaft. Ausserdem beginnen in dem Jahr die Vorbereitungen fur „Running Fence“, einem verhullten Zaun, der aus Stahlpfosten und Stahlseilen hergestellt wird, durch die Landschaft verlauft und in das Meer mundet. Der Zaun soll 5,5m hoch und 40km lang werden. Fur das Projekt mussen die Landarbeiter uberzeugt und die Genehmigungen von den Behorden eingeholt werden. Dafur engagieren Christo und Jeanne-Claude neun Anwalte. Ende 1974 steckt Christo den Verlauf des Zauns mit Holzpfahlen ab.
Erst am 29. April 1976 beginnen die Arbeiten nach einem langen Kampf gegen die Burokratie. Es werden 200.000m² Nylongewebe, 2050 Stahlpfahle und 145km Stahlkabel benotigt. Am 10. September ist das Werk fertiggestellt. Christo und Jeanne-Claude mussen 60.000 US-Dollar Bussgeld zahlen, da ihnen eine Genehmigung fur die Kustenregion fehlt.
Wrapped Walk Ways
1977 beschaftigen sich Christo und Jeanne Claude mit der Ruckfinanzierung der Kredite und dem Sparen von Geld. Ausserdem planen sie zukunftige Projekte, wie die Verhullung des Reichstags, der Pont Neuf in Paris, sowie „Wrapped Walk Ways“, einer Verhullung von Fusswegen in einem Park.
Im November trifft Christo seine Eltern und damit seine Mutter zum ersten Mal seit 20 Jahren. Bei „Wrapped Walk Ways“ verhullen Christo und Jeanne-Claude 4,5km Fussgangerwege in einem Park in Kansas City. Insgesamt werden dafur 12.500m² safrangelb schimmerndes Nylongewebe benotigt. Die Fussganger erfreuen sich zwei Wochen im Oktober an dem Kunstwerk. Die Kosten belaufen sich auf 130.000 Dollar.
Von 1979 bis 1981 beschaftigt sich das Kunstpaar mit einigen Projekten, von denen viele nicht realisiert werden konnen, unter anderem die Mastaba von Abu Dhabi, ein Projekt in den Vereinigten Arabischen Emiraten, bei dem Olfasser bis in eine Hohe von 150m gestapelt werden sollen.
Surrounded Islands
Am 27. April 1982 stirbt Christos Mutter. Am 13. Juni schenkt Christo Jeanne-Claude zu ihrem Geburtstag einen Stern im Sternbild Lowen. Ausserdem planen die Christos ein Projekt nach Jeanne-Claudes Idee, bei dem 11 Inseln in Miami von rosafarbenen Polypropen umrandet werden sollen. Es werden dafur 603.850m² Polypropylen benotigt, welches mit Ankern befestigt werden soll. Wahrend den Arbeiten 1983 stirbt Christos Vater. Das Kunstwerk wird am 7. Mai mit Hilfe von 500 Helfern fertiggestellt und ist zwei Wochen lang zu bewundern.
Die Pont Neuf
Am 14. Marz 1984 erhalt auch Jeanne-Claude die US-amerikanische Staatsburgerschaft, darf ihren franzosischen Pass aber behalten. Im August erhalt das Kunstlerpaar die Genehmigung fur die Verhullung der Pont Neuf nach neunjahrigen Verhandlungen mit dem Burgermeister von Paris, Jacques Chirac. Die Vorbereitungen fur das Projekt beginnen. Im Dezember stirbt Jeanne-Claudes Stiefvater Jacques de Guillebon. Fur die Verhullung der altesten Brucke in Paris werden 40.000 m² sandfarbenes Polyamidgewebe benotigt. Die Verhullung beginnt am 25. August 1985 und wird am 22. September beendet. In den nachsten zwei Wochen besuchen drei Millionen Menschen das Projekt.
Umbrellas
thumb|Stoffmuster vom Projekt 'Umbrellas' 1986 lasst sich Jeanne-Claude ihre Haare rot farben und wird dies nie wieder andern. Christo und Jeanne-Claude bereiten sich auf das Projekt „Umbrellas“ vor, bei dem zeitgleich in Kalifornien und Japan gelbe und blaue Schirme aufgestellt werden sollen.
Im Dezember 1990 werden nach langer Vorbereitungszeit die ersten Sockel fur die Schirme verlegt. An den Sockeln sind 80cm lange Anker befestigt die in dem Boden verankert werden und Zugkraften von 1.500kg standhalten sollen. Die Sockel werden mit Helikoptern transportiert, um das Land nicht zu zerstoren. Die Kosten fur das Projekt belaufen sich auf 26 Millionen Dollar. Im September 1991 werden die Schirme von insgesamt 1.880 Helfern auf ihre Platze gebracht.
Am 7. September werden 1.340 blaue Schirme in Ibraki und 1.760 gelbe Schirme in Kalifornien aufgestellt und am 9. September geoffnet. Insgesamt besichtigten drei Millionen Besucher die 6m hohen und 8,66m Durchmesser fassenden Schirme. Wahrend des Projekts kamen zwei Menschen ums Leben. Eine Frau wurde nach einem Windstoss von einem Schirm erschlagen und ein Mann kam bei den Arbeiten mit einem Hochspannungsdraht in Beruhrung.
Der Reichstag
Nach dem Projekt „Umbrellas“ beschaftigen sich Jeanne-Claude und Christo mit der Verhullung des Reichstags in Berlin. Mit der Unterstutzung der Bundestagsprasidentin Rita Sussmuth leisten die Christos Uberzeugungsarbeit bei den Abgeordneten des Bundestags, gehen von Buro zu Buro und schreiben an alle 662 Abgeordneten briefliche Erlauterungen. Ausserdem fuhren sie unzahlige Telefonate und Verhandlungen durch.
Am 25. Februar stimmt der Bundestag nach langwierigen Diskussionen fur das Projekt. Das Kunstlerpaar beginnt nun mit der Arbeit. Es werden uber 100.000m² feuerfestes Polypropylengewebe, das mit einer Aluminiumschicht uberzogen werden soll, und 15.000m Seil benotigt. Die Verhullung beginnt am 17. Juni 1995 und wird am 24. Juni abgeschlossen. Bei der Montage beteiligen sich 90 professionelle Kletterer und viele weitere Helfer. Der Abbau findet am 7. Juli statt. Wahrend der Aktion sehen funf Millionen Besucher das Spektakel.
The Gates
Genauer Titel: [Die Tore, Central Park, New York, 1979-2005]
Vom 12. bis 28. Februar 2005 werden auf den Wegen des Central Park in New York City insgesamt 7.503 Tore aus safrangelben Stoffbahnen stehen. Sie sind jeweils funf Meter hoch und verteilen sich auf eine Gesamtstrecke von 37 Kilometern.
Die Kosten fur das Projekt werden auf 21 Millionen US-Dollar geschatzt, die vollstandig von Christo und seiner Frau Jeanne-Claude durch den Verkauf von Studien, Zeichnungen, Collagen, werken aus den 50er- und 60er-Jahren sowie Originallitographien anderer Werke bezahlt.
Sie akzeptieren keinerlei Sponsorengelder und auch die Stadt New York muss keine Gelder fur das Projekt tragen. Des Weiteren hat Christo und Jeanne-Claude samtliche Einnahmen am Verkauf von Souvenirs wie Postkarten, T-Shirts, Poster etc. an den 'Nuture New York's Nature Inc.' abgetreten. thumb|Stoffmuster vom Projekt 'The Gates' Um Vandalismus zu vermeiden, verteilten rund 600 freiwillige Helfer 1.000.000 7 mal 7 cm grosse Stucke des fur das Projekt verwendeten Stoffes kostenlos an die Besucher.
Das Genehmigungsverfahren fur dieses Kunstwerk lief seit 1980. Erst durch den neuen Burgermeister New Yorks, Michael R. Bloomberg, konnte es realisiert werden.
Siehe auch Ausstellung in New York eroffnet - Artikel in Wikinews(http://de.wikinews.org/w/index.php?title=Christo_startet_in_New_York_seine_neueste_Ausstellung)
Vorlaufer
Christo ist, was er gerne verschweigt, nicht der Erste, der profane Gegenstande verpackt und als Gesamtkunstwerk darstellt. Bereits 1920 verpackte und verschnurte der Surrealist, Maler, Fotograf und Objektkunstler Man Ray die Nahmaschine seiner Zimmerwirtin und nannte das Kunstwerk 'Das Ratsel des Isidore Ducasse'. Das verpackte Objekt blieb im Werk Man Rays ein Einzelfall und ist heute nur noch in Fotos erhalten. Anlasslich einer Ausstellung surrealistischer Kunst liess das Museum of Modern Art in New York City das Kunstwerk 1968 rekonstruieren. Die Rekonstruktion wird aktuell nicht gezeigt, sondern befindet sich in der Studiensammlung des Museums.
Da Christo sich in den funfziger Jahren in Kunstlerkreisen in Paris aufhielt, ist anzunehmen, dass er die Installation von Man Ray kannte. Die Ahnlichkeit mancher Werke Christos mit Man Rays Objekt ist verbluffend.
FALSCH! Korrektur:
1) Die verhullte Nahmaschine von Man Ray war nie als eigenstandiges Kunstwerk gedacht, das Kunstwerk war nicht das Objekt sondern das Foto davon. 2) Christo kannte das Foto NICHT, als er die ersten Dosen verhullte. 3) Das Foto von Man Ray taucht in zahlreichen (autorisierten!) Monografien uber Christo und Jeanne-Claude als Referenzabbildung auf.
Werke (Auswahl)
- 1958, 'Regale'
- 1959, 'Verhullte Olfasser'
- 1961, 'Dockside Packages', Koln, Hafen
- 1961, 'Paket auf einem Tisch'
- 1962, 'Mauer aus Olfassern - Eiserner Vorhang', Rue Visconti, Paris
- 1963, 'Paket auf einer Schubkarre'
- 1963, 'Verhullte Zeitschrift Der Spiegel'
- 1964, 'Lilafarbene Ladenfront'
- 1968, '5.600-Kubikmeter-Paket', documenta IV, Kassel
- 1968, 'Verhullter Brunnen, Spoleto'
- 1968, 'Verhullte Kunsthalle Bern', das erste ganze Gebaude
- 1969, 'Verhullte Kuste', Little Bay, Australien (siehe oben)
- 1969, 'Verhulltes Museum of Contamporary Art, Chicago'
- 1972, 'Valley Curtain, Rifle, Colorado' (siehe oben)
- 1970, 'Verhulltes Denkmal fur Vittorio Emanuelle, Piazza del Duomo, Mailand'
- 1970, 'Verhulltes Denkmal fur Leonardo, Piazza della Scala, Mailand'
- 1974, 'Ocean Front, Newport, Rhode Island'
- 1974, 'Die Mauer - Verhullte romische Stadtmauer'
- 1976, 'Running Fence, Counties Sonoma and Marin, Kalifornien' (siehe oben)
- 1978, 'Verhullte Parkwege, Kansas City' (siehe oben)
- 1983, 'Surrounded Islands, Biscayne Bay, Greater Miami, Florida' (siehe oben)
- 1985, 'Der verhullte Pont Neuf, Paris' (siehe oben)
- 1991, 'The Umbrellus, Japan - USA' (siehe oben)
- 1995, 'Verhullter Reichstag, Berlin' (siehe oben)
- 1998, '178 verhullte lebendige Baume, Riehen, (im Berowerpark der Fondation Beyeler wurde jeder Baum einzeln in einen silbergrauen Mantel eingepackt)
- 1999, 'The Wall, Gasometer Oberhausen' (13.000 Olfasser in einem ungewohnlichen Raum)
- 2005, 'The Gates', New York City, USA (siehe oben)
Literatur
- Kunstzeitung Nr.46 / Juni 2000
- Art - Das Kunstmagazin 01/05 (Beilage) -> The Gates
- Christo & Jeanne.Claude Tschen
Weblinks
- Die offizielle Webprasenz von Christo und Jeanne-Claude(http://www.christojeanneclaude.net/)
- aktuelle Ausstellungen von Christo und Jeanne-Claude auf Artfacts.Net(http://www.artfacts.net/index.php/pageType/artistInfo/artist/659/lang/2)
- Originale bei Eart.de(http://www.eart.de/eigen/displayartist.cfm?ArtistID=1951)
- Kunstdrucke und Lithografien(http://kunst-edition.de/)
- Christo startet neue Ausstellung The Gates - Artikel in Wikinews(http://de.wikinews.org/wiki/Christo_startet_in_New_York_seine_neueste_Ausstellung)
Kategorie:Kunstler Kategorie:Bulgare Kategorie:Personengruppe Kategorie:Geboren 1935
da:Christo en:Christo eo:Christo kaj Jeanne-Claude ia:Christo ja:クリスト nl:Christo
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