USA
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Wahlspruch: | |||||
| Amtssprache | Englisch¹ | ||||
| Hauptstadt | Washington D.C. | ||||
| Staatsform | Prasidiale Bundesrepublik | ||||
| Prasident | George W. Bush | ||||
| Vizeprasident | Richard B. Cheney | ||||
| Grosste Stadt | New York | ||||
| Flache | 9.372.610 km² | ||||
| Einwohnerzahl | 295.267.686 (Stand Januar 2005) | ||||
| Einwohnerzahl 2015 | 321.225.000 (geschatzt) | ||||
| Bevolkerungsdichte | 29 Einwohner pro km² | ||||
| Nationalfeiertag | 4. Juli | ||||
| Wahrung | 1 US-Dollar = 100 Cents | ||||
| Zeitzone | UTC -5 bis -10 | ||||
| Nationalhymne | The Star-Spangled Banner | ||||
| Kfz-Kennzeichen | USA | ||||
| Internet-TLDs | .us (auch: .gov [Behorden], .edu [Bildungseinrichtungen] und .mil [Militar]) | ||||
| Vorwahl | +1 | ||||
| Stromnetz | 60 Hertz mit 110 / 120 Volt | ||||
| hochster Berg | Mount McKinley, Alaska >6.194 m / 20320 ft, | ||||
right|Karte der USA|375px right|Lage der USA in der Welt|375px
Die Vereinigten Staaten von Amerika (engl.: United States of America, kurz: USA) sind eine foderale Republik in Nordamerika. Sie grenzen im Norden an Kanada und - uber die 100 km breite Beringstrasse mit dem Bundesstaat Alaska - an Russland, im Suden an Mexiko, im Osten an den Atlantik und im Westen an den Pazifik.
Die wichtigste Verkehrssprache ist Englisch, regionale Umgangssprachen sind Spanisch, in Louisiana Franzosisch, und Deutsch in Pennsylvania. Die USA haben keine offiziell festgelegte Amtssprache, doch alle amtlichen Schriftstucke und Gesetzestexte werden auf Englisch verfasst.
| Table of contents |
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1 Geographie
1.1 Flache 2 Bevolkerung
2.1 Religion 3 Politik
4 Innenpolitik
4.1 Indianerpolitik 5 Aussenpolitik
5.1 Fruher Isolationismus 6 Geschichte
7 Kunst und Kultur
8 Wirtschaft und Verkehr
9 Gliederung
9.1 Aussengebiete 10 Militar
11 Wissenschaft
12 Sport
13 Siehe auch
14 Weblinks
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Geographie
Hauptartikel: Geographie der USA
Ausser Alaska und Hawaii liegen 48 der 50 Staaten der USA und der District of Columbia zusammen innerhalb einer gemeinsamen Grenze und bilden das Kernland der USA. Hawaii liegt zudem auf dem asiatischen Kontinent.
Das Landschaftsbild ist sehr vielfaltig: Waldgebiete und Mittelgebirge an der Ostkuste, Mangrovenwalder im subtropischen Florida, die Flusssysteme von Mississippi und Missouri, weite Ebenen im Zentrum des Landes, grosse Gebirgszuge wie die Rocky Mountains oder die Appalachen, trockene Wusten im Sudwesten,Vulkanlandschaften auf Hawaii, gemassigte Regenwalder im Nordwesten und Kustengebirge an der Westkuste der USA.
Hinzu kommen die arktische Region der Tundra in Alaska und die tropischen Inseln von Hawaii mit dem 4.170 Meter hohen Vulkan Mauna Loa.
Das Kernland der USA liegt zwischen dem 24. und 48. nordlichen Breitengrad und zwischen dem 68. und 125. westlichen Langengrad und ist in vier Zeitzonen eingeteilt. Alaska und Hawaii, sowie die politisch an die USA angeschlossen Aussengebiete (beispielsweise Puerto Rico und Guam) liegen ausserhalb dieser Zone.
Die USA haben Grenzen zu Kanada und Mexiko.
Im Norden grenzen die 48 zusammenhangenden Staaten an Kanada, im Suden an Mexiko und an den Golf von Mexiko. Im Osten liegt der Atlantische Ozean und im Westen der Pazifik. Die Nord-Sud-Ausdehnung betragt etwa 2.500 km. Zwischen Atlantik und Pazifischem Ozean liegen rund 4.500 km.
Hawaii ist eine Inselkette im Pazifischen Ozean und Alaska liegt nordwestlich von Kanada und ist durch die Beringstrasse von Russland getrennt.
- Grenze zu Kanada: 8.895 km (davon 2.477 km zwischen Alaska und Kanada)
- Grenze zu Mexiko: 3.326 km
- Kustenlinie: 19.924 km
Flache
Die Vereinigten Staaten sind der flachenmassig drittgrosste Staat der Erde. Das Land ist ein wenig kleiner als Kanada, halb so gross wie Russland und 2½ mal so gross wie Westeuropa.
- Flache der 50 Bundesstaaten (inkl. District of Columbia): 9.629.891 km²
- Landmasse: 9.158.453 km²
- Wasserflache: 47.356 km²
Siehe auch: Liste der US-amerikanischen Staaten nach Flache sortiert
Bevolkerung
Die USA gelten traditionell als Schmelztiegel (melting pot) der Volker. Die ersten kolonialen Einwanderer auf dem von Indianern besiedelten Kontinent waren Europaer; anfanglich vorrangig spanischer, franzosischer, englischer, deutscher und irischer Herkunft. Spater folgten Einwanderer aus anderen Regionen Europas, vor allem Italien, Skandinavien und Osteuropa. Die europaisch-stammigen US-Amerikaner bilden noch heute uber 70% der Bevolkerung der USA.
Asiatische Einwanderer, z. B. aus China, Japan, Korea und den Philppinen, zog es seit dem 19. Jahrhundert vor allem an die Westkuste der USA. Sie bilden jedoch insgesamt eine relativ kleine Gruppe (ca. 4%). Die Einwanderungspolitik war gegenuber Asiaten besonders restriktiv. Die Afro-Amerikaner, Nachfahren der afrikanischen Sklaven, stellen etwas mehr als 13 % Bevolkerungsanteil. Sie leben vor allem im Suden der USA und in den grossen Industriestadten des Nordens, wie z.B. Detroit.
Vor allem im Sud-Westen der USA gibt es einen hohen Bevolkerungsanteil lateinamerikanischer (hispanischer) Herkunft. Sie werden in den Statistiken separat gefuhrt, unabhangig von ihrer ethnischen Herkunft. Ihr Anteil wuchs in den letzten Jahrzehnten stetig (bis 2004 auf knapp 13%), da viele Lateinamerikaner vor der wirtschaftlichen Not ihrer Heimatlander in den Norden fliehen. Sie leben oft als illegale Einwanderer und halten stark an ihrer Kultur und Sprache fest.
Die Indianer ('Native Americans') (siehe auch indigene Volker Nordamerikas) bilden heute eine kleine, jedoch langsam wieder wachsende Minderheit; nur in Alaska erreichen sie eine zweistellige Prozentzahl der Bevolkerung. Ebenfalls relativ viele Indianer leben in South Dakota und Oklahoma.
siehe auch: Gesellschaft der USA – Deutsche Sprache in den USA – Deutsche in den USA – Das amerikanische Spanisch der USA
Religion
Im Jahr 2004 bezeichneten sich 54% der Bevolkerung als protestantisch, 25% als romisch-katholisch, 10% gaben keine religiose Uberzeugung an (aber nur 0,3 bis 0,5% waren explizit Atheisten oder Agnostiker), 3% waren Mitglied einer orthodoxen Kirche, 2% waren Mormonen 2 bis 3% Juden und weniger als 2% moslemisch. Kleinere Gruppen, je 0,3 bis 0,5% bezeichneten sich als Buddhist, Hindu oder hingen dem Unitarismus an. Die grosste einzelne Konfession war die romische-katholische Kirche, gefolgt von der Southern Baptist Convention, der United Methodist Church und den Mormonen.
Die Zahl der Christen ist fur ein westliches Industrieland sehr hoch. Allerdings hat auch hier der Bevolkerungsanteil, der sich zum Christentum bekennt in den Jahren von 1990 (86,2%) bis 2004 (81%) abgenommen.
Politik
Hauptartikel: Politisches System der USA
Die USA haben ein prasidiales Regierungssystem mit einem Prasidenten (seit 2001 George W. Bush, 2004 wiedergewahlt, Sohn George Bushs, Prasident von 1989-1993) an der Spitze der Exekutive.
Die Legislative ist der Kongress. Er setzt sich aus gewahlten Reprasentanten aller 50 Bundesstaaten zusammen. Laut Verfassung hat der aus zwei Kammern bestehende US-Kongress die Budgethoheit sowie das Recht zur Gesetzesinitiative. Der Kongress hat unter anderem infolge des ihm zustehenden Budgetrechts wesentlichen Einfluss auf die US-amerikanische Politik. Allein dem Kongress kommt das Recht zu, Bundesgesetze zu erlassen, Kriegserklarungen auszusprechen und Vertrage mit fremden Landern zu unterzeichnen.
Die Mitglieder des Reprasentantenhauses werden fur zwei Jahre gewahlt. Jeder Reprasentant vertritt einen Wahlbezirk seines Bundesstaates. Die Anzahl der Wahlbezirke wird durch eine alle zehn Jahre durchgefuhrte Volkszahlung festgelegt. Senatoren werden fur sechs Jahre gewahlt. Ihre Wahlen finden gestaffelt statt, das heisst alle zwei Jahre wird ein Drittel des Senats neu gewahlt. Die Verfassung sieht vor, dass der Vizeprasident dem Senat vorsteht. Er hat dabei kein Stimmrecht, ausser bei Stimmengleichheit.
Fur den Fall der Abwesenheit des Vizeprasidenten benennt der Senat einen 'Pro Tempore-Vorsitzenden', einen Vorsitzenden auf Zeit. Die Mitglieder des Reprasentantenhauses wahlen ihren eigenen Vorsitzenden, den 'Speaker of the House'. Der Sprecher (das Amt wird derzeit von Dennis Hastert bekleidet) und der Pro Tempore-Vorsitzende (zur Zeit Senator Ted Stevens) sind Mitglieder der jeweils starksten Partei ihrer Kammer.
Um Gesetz werden zu konnen, muss eine Gesetzesvorlage sowohl das Reprasentantenhaus als auch den Senat durchlaufen haben. Die Vorlage wird zunachst in einer der beiden Kammern vorgestellt, von einem oder mehreren Ausschussen gepruft, abgeandert, im Ausschuss abgelehnt oder angenommen und danach in einer der beiden Kammern diskutiert. Sobald sie in dieser Kammer angenommen ist, wird sie an die andere Kammer weitergeleitet. Erst wenn beide Kammern die gleiche Version der Gesetzesvorlage angenommen haben, wird sie dem Prasidenten zur Zustimmung vorgelegt.
An der Spitze der Judikative steht als oberster Gerichtshof der Supreme Court. Die 1787 in Kraft getretene Verfassung, deren Bestimmungen einklagbar sind, hat eine grosse Bedeutung im politischen System der USA. Es spricht fur den Erfolg und die Stabilitat dieser Verfassung, dass sie bislang nur 27 Anderungen (Amendments) erfahren hat.
In den USA hat sich, durch das einfache Mehrheitswahlrecht begunstigt, ein Zweiparteiensystem gebildet. Diese Parteien sind die Demokraten und die Republikaner. Sie stellen bereits Koalitionen von unterschiedlichen Stromungen dar. Neue politische Stromungen versuchen eher, Einfluss auf die Abgeordneten beider Grossparteien zu nehmen, als selbststandige Parteien zu grunden. Ein Beispiel hierfur sind die American Civil Liberties Union (Demokraten) oder die fundamental-christliche Moral Majority (Republikaner).
Kleinere Parteien wie die Grunen oder die Libertare Partei sind unbedeutend, wenn auch bei Prasidentschaftswahlen mitunter die fur den Kandidaten der Grunen abgegebenen Stimmen als – womoglich entscheidender – Nachteil fur den demokratischen Kandidaten wahrgenommen werden. Einer der Hauptexponenten der Grunen Partei der USA ist Ralph Nader, der im In- und Ausland einen hohen Bekanntheitsgrad geniesst.
Siehe auch: Gesellschaft der USA, US-Prasidentschaftswahlen 2004, Gerichtsorganisation in den USA
Innenpolitik
Zur Zeit des Unabhangigkeitskrieges lebten etwa zwei Millionen Weisse und 500.000 versklavte Schwarze in den ursprunglichen 13 Kolonien. Jenseits der Appalachen erstreckte sich ein Gebiet von kontinentalen Ausmassen, das etwa zehn Millionen Ureinwohner („Indianer“) bewohnten. Aus dieser Konstellation ergaben sich seit Anbeginn zwei wesentliche Aspekte US-amerikanischer Innenpolitik: Die Landnahme Richtung Westen zu Lasten der Indianer sowie der Kampf der schwarzen Sklaven um die Burgerrechte.
Indianerpolitik
Die US-Indianerpolitik wurde bis etwa 1820 von einer vorsichtigen Kolonisierung gepragt, die im wesentlichen den Imperialismus der europaischen Machte in den USA, Grossbritannien, Spanien und Frankreich fortsetzte. Erst mit der Prasidentschaft Andrew Jacksons und dem Trail of Tears begann eine offensivere Politik, die zu kriegerischen Auseinandersetzungen fuhrte. Die Indianer-Kriege zogen sich bis zum Massaker von Wounded Knee in South Dakota 1890 hin, und 1900 wurden nur noch 237.000 Indianer gezahlt. Bis auch die Ureinwohner des Kontinents volle Burgerrechte erhielten, dauerte es bis 1924.
Sklaverei und Rassentrennung
Die Zahl der Sklaven hatte sich bis 1860 auf etwa vier Millionen erhoht. Die Sklavenfrage entzweite zunehmend die Sud- von den Nordstaaten, da in den Nordstaaten die Industrialisierung einsetzte, dagegen die Sudstaaten mit ihren riesigen Baumwollplantagen auf die Sklaverei angewiesen zu sein glaubten. Im Norden gewannen Bewegungen wie die Abolitionists, die die Abschaffung der Sklaverei forderten, starken Zulauf, stand doch diese in deutlichem Widerspruch zur Verheissung der Unabhangigkeitserklarung 'all men are created equal' (alle Menschen sind gleich geschaffen). Die bis dahin die Politik dominierende Demokratische Partei spaltete sich an der Frage der Sklaverei. Nachdem 1860 Abraham Lincoln fur die neu gegrundeten Republikaner zum Prasidenten gewahlt wurde, traten elf Sudstaaten aus der Union aus. Dies bedeutete den Beginn des Sezessionsskrieges (1861–1865). Die Nordstaaten gingen als Sieger daraus hervor, und die Sklaverei wurde abgeschafft. Die Schwarzen erhielten mit dem Civil Rights Act von 1866 und dem 14th Amendment von 1868 formal das volle Burgerrecht.
Jedoch standen den Afro-Amerikanern noch 100 Jahre Burgerrechtskampf bevor, bis die letzten formellen Ungleichbehandlungen aufgehoben wurden. Ein sehr wesentlicher Schritt dahin war die Aufhebung der Rassentrennung in offentlichen Einrichtungen durch den Supreme Court 1954 (Brown v. Board of Education), womit die Burgerrechte allerdings noch nicht de facto durchgesetzt waren.
Der Schulbesuch von Schwarzen in 'Weissen Schulen' musste teilweise mit Hilfe der Nationalgarde durchgesetzt werden, im offentlichen Leben insbesondere im Suden herrschte weiterhin faktische Rassentrennung. In Louisiana zum Beispiel war es nicht ungewohnlich, dass Ku-Klux-Klan-Mitglieder ins Parlament gewahlt wurden. Martin Luther King war die Galionsfigur der gewaltlosen Burgerrechtsbewegung, und 1963 hielt er anlasslich eines Protestmarschs seine beruhmte „I have a Dream...“-Rede. 1968 wurde er ermordet. In den folgenden Jahrzehnten kam es wiederholt zu starken Rassenunruhen.
Heute zeigen sich weiterhin sozialstrukturell grosse Unterschiede zwischen weisser und schwarzer Bevolkerung: Schwarzen haben im Durchschnitt weniger Geld, leben kurzer, haben eine schlechtere Ausbildung und landen ofter im Gefangnis. Die Ursachen dafur und mogliche Wege der Problembehebung sind innerhalb der USA heftig umstritten. In den Sudstaaten sind Wohngegenden und nicht-offentliche Einrichtungen wie die sozial wichtigen Kirchen oder private Organisationen oft noch nach Rassen getrennt.
Industrialisierung
1890 wurde die frontier fur geschlossen erklart: die Gebiete im Osten und im Westen des Kontinents waren faktisch zusammengewachsen. Der 'Wilde Westen' war somit Geschichte. Als Folge der nach dem Sezessionskrieg einsetzenden sturmischen Industrialisierung bildeten sich riesige Trusts, die in ihrer Machtentfaltung auch die Regierungsgewalt beeinflussten. Daher wurde 1890 der Antitrust Act verabschiedet, als dessen Folge viele Grosskonzerne zerschlagen wurden. Prominentes Beispiel: Standard Oil von John D. Rockefeller.
Zwischen 1880 und 1910 wurde die riesige Zahl von 18 Millionen Einwanderern in die USA aufgenommen, und die USA wurden zur grossten Industrienation der Welt.
Borsenkrach und New Deal
Auf den New Yorker Borsenkrach im Oktober 1929 folgte die Weltwirtschaftskrise, welche die USA in die bisher grosste innenpolitische Krise sturzte. 1932 waren etwa 15 Millionen US-Amerikaner arbeitslos. Prasident Franklin D. Roosevelt legte daraufhin das Sozial- und Investitionsprogramm New Deal auf, das den Social Security Act von 1935 sowie zahlreiche offentliche Projekte wie Strassen, Brucken, Flughafen oder zum Beispiel auch das Tennessee Valley Staudamm-Projekt enthielt. Dennoch dauerte es bis Ende der 1930er Jahre, bis die Krise uberwunden war.
Nachkriegszeit
Eine innenpolitische Folge des Kalten Krieges nach 1945 war die 'McCarthy-Ara'. Der republikanische Senator Joseph McCarthy profilierte sich im Senatsausschuss fur unamerikanische Aktivitaten (HUAC) dadurch, dass er eine paranoide Hexenjagd auf angebliche Kommunisten veranstaltete, die er besonders unter Filmschaffenden, Politikern und Militars vermutete. Die zu diesem Zweck inszenierten Anhorungen wurden auch oft im Fernsehen ubertragen. Wer die Aussage verweigerte, musste mit Berufsverbot rechnen. Als McCarthy sogar den Prasidenten Eisenhower verdachtigte, wurde er 1954 vom Senat entmachtet.
Gesellschaftlicher Umbruch: 1960er und 1970er
Die 1950er und 1960er Jahre waren gepragt von okonomischer Prosperitat sowie dem Auftreten der Burgerrechtsbewegung der Afro-Amerikaner. Im Zuge eines gesamtgesellschaftlichen Umbruchs entwickelte sich in den 60er Jahren auch eine starke Bewegung gegen den Vietnamkrieg und um 1970 auch eine starke Frauenrechtsbewegung. Durch diese Bewegungen modernisierten sich die gesellschaftlichen Werte der Vereinigten Staaten.
Die Watergate-Affare um einen Einbruch in den Watergate-Gebaudekomplex der Demokratischen Partei, von dem Prasident Richard Nixon wahrscheinlich gewusst hat, und bei dem er die FBI-Ermittlungen zu behindern versuchte, entwickelte sich zum grossten Skandal der US-amerikanischen Nachkriegsgeschichte. Um der drohenden Amtsenthebung zu entgehen, trat Nixon 1974 zuruck.
1980er
In den 1970er und 1980er Jahren war ein Konjunkturabschwung und ein Verfall der Bausubstanz infolge von Kriminalitat und Verwahrlosung zu verzeichnen. Zum Teil wurde auf die Kriminalitat mit drakonischen Gesetzen wie dem kalifornischen „Three strikes and you are out“ geantwortet, das fur drei Bagatelldelikte 25 Jahre Haft vorsieht. Die Haltung zur der in 38 der 50 Bundesstaaten gesetzlich vorgesehenen Todesstrafe, die in manchen Bundesstaaten haufig verhangt wird, ist ein wichtiges Entscheidungskriterium bei der Wahl von Politikern, Richtern, Staatsanwalten oder Sheriffs, die alle direkt gewahlt werden. Die Verhangung der Todesstrafe hat also auch populistische Grunde, weil in den betreffenden Bundesstaaten die uberwiegende Mehrheit der Bevolkerung diese befurwortet.
Nach dem Ende des Kalten Kriegs
In den 1990er Jahren unter dem demokratischen Prasidenten Bill Clinton (1993–2001) erlebten die USA dann einen langer anhaltenden wirtschaftlichen Aufschwung ('New Economy'). Die weitere Verwahrlosung der Stadte wurde aufgehalten - so erwachten die New Yorker Stadtteile Bronx und Harlem zu neuem Leben.
Einen wesentlichen Eingriff in die Sozialgesetzgebung gab es 1996, als der Bezug von Sozialhilfe auf zwei Jahre in Folge und insgesamt funf Jahre verkurzt wurde. So kam es zu einem betrachtlichen Ruckgang der Anzahl der Sozialhilfe-Empfanger.
Seit 1913 ubernimmt das Federal Reserve System (Fed) die Aufgaben einer staatlichen Notenbank. Vorsitzender des Fed ist zur Zeit Alan Greenspan.
Gesundheitssystem
Das Gesundheitssystem der USA ist teilweise Weltspitze, in anderen Teilen aber in einem desolatem Zustand. Es werden jahrlich circa 1800 Milliarden US-Dollar fur Gesundheit aufgewendet. Das ist im Vergleich zu Deutschland nahezu das Doppelte pro Kopf. Die Versorgungslage ist aber unzureichend: uber 41 Millionen der ca. 293 Millionen US-Amerikaner sind nicht krankenversichert. Hinzu kommt eine hohe Dunkelziffer an illegalen Einwanderern, die ebenfalls keine Krankenversicherung haben. Selbst diejenigen, die versichert sind, mussen bei samtlichen arztlichen Leistungen zuzahlen. 1993 scheiterte Prasident Bill Clinton mit dem Versuch der Einfuhrung einer gesetzlichen Krankenkasse.
Aussenpolitik
Die Aussenpolitik der USA ist von drei grossen Traditionen gepragt, die wechselnd an Einfluss gewinnen: Dem Isolationismus, der Uberzeugung, ein Vorreiter fur Demokratie und Menschenrechte zu sein und diese auf der Welt zu verbreiten, sowie einer seit dem Zweiten Weltkrieg offenen Betonung der Rolle als Supermacht im Sinne des politischen Realismus.
Fruher Isolationismus
Die fruhe US-amerikanische Aussenpolitik wurde von der 1823 verkundeten Monroe-Doktrin des Prasidenten James Monroe gepragt, die verkurzt auf den Nenner „Amerika den Amerikanern“ gebracht wurde und postulierte, dass sich die europaischen Machte aus dem amerikanischen Kontinent heraushalten sollten, bei gleichzeitiger Nicht-Einmischung der USA in die Angelegenheiten anderer Staaten. Ende des 19. Jahrhunderts waren die USA jedoch zur Grossmacht aufgestiegen und die frontier, das heisst die Grenze zum 'unzivilisierten' Westen, war 1890 fur geschlossen erklart worden.
Fruhes 20. Jahrhundert
Der erste Schritt in Richtung einer imperialistischen Aussenpolitik war der spanisch-amerikanische Krieg von 1898, der den USA die Philippinen, Puerto Rico, Hawaii und Kuba einbrachte. Eine offen interventionistische Politik betrieb Prasident Theodore Roosevelt (1901–1909), der das Recht der USA beanspruchte, sich in den lateinamerikanischen Staaten als „internationaler Polizist“ zu betatigen. Diese big stick policy ausserte sich zum Beispiel darin, dass die USA 1903 Panama aus Kolumbien herauslosten, um sich von dem neu gebildeten Staat die Souveranitat uber die Panama-Kanal-Zone abtreten zu lassen.
Wahrend der Zeit der Weltkriege betrieben die USA die langste Zeit eine isolationistische Politik und traten erst nach der Verkundung des uneingeschrankten deutschen U-Boot-Krieges (1917) in den Ersten Weltkrieg ein. Das industrielle Gewicht der USA entschied den Krieg. Prasident Woodrow Wilson (1913–1921) reiste nach Europa, um dort eine Nachkriegs-Ordnung zu etablieren. Sein 14-Punkte-Programm sah unter anderem die Beachtung des Selbstbestimmungsrechts der Volker sowie die Bildung eines Volkerbunds vor. Wilson konnte sich mit seinen Ideen bei Englandern und Franzosen aber nicht durchsetzen und der US-Senat verweigerte sogar den Beitritt zum Volkerbund.
1920 bis zur Nachkriegszeit
Wahrend der nachsten zwei Jahrzehnte betrieben die USA wieder eine isolationistische Politik. Auch bei Ausbruch des Zweiten Weltkriegs blieben die USA zuerst neutral, jedoch wurde die formale Neutralitat von Prasident F.D.Roosevelt schon ab Marz 1941 unterlaufen, da im Rahmen des Leih- und Pachtgesetzes (lend-lease bill) England massiv mit Waffenlieferungen unterstutzt wurde. Am 7. Dezember 1941 traten die USA nach dem japanischen Angriff auf Pearl Harbor in den Krieg ein. Kurz darauf erklarte das mit Japan verbundete Hitler-Deutschland den USA den Krieg. Wie schon im Ersten Weltkrieg brachte das industrielle Potential der USA die Entscheidung. Die Atombomben-Abwurfe auf Hiroshima und Nagasaki im August 1945 beendeten den Zweiten Weltkrieg. Bis heute heftig umstritten ist die Frage, ob die Atombombenabwurfe zur Erzwingung der japanischen Kapitulation tatsachlich unumganglich waren. Japan hatte zu diesem Zeitpunkt den USA militarisch nichts mehr entgegenzusetzen, jedoch hatte eine US-amerikanische Invasion der japanischen Hauptinseln noch zu schweren Verlusten fuhren konnen.
Die USA waren massgeblich an der Grundung der UNO am 26. Juni 1945 in San Francisco beteiligt, die noch im Einvernehmen mit der Sowjetunion stattfand. Bald jedoch zeichnete sich eine Konfrontation mit Stalin ab, die schliesslich in den Kalten Krieg mundete. Durch den Prasidenten Harry S. Truman wurde eine Politik des „roll back“, das heisst der Zuruckdrangung des Kommunismus verkundet, die in der „Truman-Doktrin“ ihren Ausdruck fand. Die sagte allen Landern zur Bewahrung ihrer Unabhangigkeit Militar- und Wirtschaftshilfe zu. Dies war eine klare Abkehr von der isolationistischen Monroe-Doktrin und fand seinen Ausdruck in der Unterstutzung von Griechenland und der Turkei, sowie dem Marshall-Plan, der Westeuropa wirtschaftlich auf die Beine helfen sollte. Der Kalte Krieg erreichte einen ersten Hohepunkt mit der sowjetischen Berlin-Blockade 1948/49, auf die die USA mit der Luftbrucke antworteten. 1949 wurde die NATO als Militarbundnis zwischen den USA, Kanada und Westeuropa gegrundet.
Kalter Krieg
Es kam in den folgenden Jahrzehnten zu einem atomaren Wettrusten zwischen der NATO und dem Warschauer Pakt, das beiden Seiten ab den 60er Jahren eine mehrfache „Overkill-Kapazitat“ verschaffte. Gefahrliche Konfrontationen des Kalten Krieges waren der Korea-Krieg (1950-53) und die Kuba-Krise (1962), bei der die Welt nur knapp einem Dritten Weltkrieg entging. Durch den Kernwaffen-Sperrvertrag (1968) und die SALT-Verhandlungen (1969) wurde versucht, die gefahrliche Situation zu entscharfen.
Der Vietnam-Krieg, in den die USA 1964 (Tongking-Zwischenfall) offen eingriffen, nachdem sie zuvor schon Militarberater entsandt hatten, entwickelte sich zu einem militarischen und moralischen Fiasko, und die Niederlage wurde mit dem Abzug der US-Truppen 1973 besiegelt. Der beherrschenden Maxime der US-Aussenpolitik, den kommunistischen Machtbereich einzudammen, wurde in den 60er und 70er Jahren oft die Glaubwurdigkeit als Verbreiter demokratischer Werte geopfert. Es wurden Militardiktatoren und Kleptokraten wie Somoza in Nicaragua, Pinochet in Chile, Marcos auf den Philippinen oder Mobutu in Zaire unterstutzt, so lange sie nur antikommunistisch waren, nach dem Motto: „Ja, er ist ein Schweinehund, aber er ist unser Schweinehund“ (Noam Chomsky).
Nach dem Vietnam-Krieg zeigte sich eine Desorientierung und Ratlosigkeit der US-Aussenpolitik, die im Schwanken zwischen einer Abkehr von Interventionismus und Demonstration militarischer Starke (Carter-Administration) und dessen Gegenteil (nach der sowjetischen Invasion in Afghanistan) ihren Ausdruck fand. Unter der Reagan-Administration (1981-89) wurde (wie vor dem Vietnam-Krieg) wenig Rucksicht darauf genommen, ob die strategischen Verbundeten die Menschenrechte respektierten. Auch stellt sich die Frage nach einem hinreichenden Verstandnis fremder Kulturkreise durch die US-Aussenpolitik. Deren mangelnde Voraussicht zeigte sich auch darin, dass die US-Unterstutzung oft den aus heutiger Sicht falschen Leuten zugute kam: So wurde nach dem Ausbruch des ersten Golfkriegs zwischen Iran und Irak (1980–88) aus Angst vor den Mullahs in Teheran der irakische Diktator Saddam Hussein massiv unterstutzt, was sich spater als schwerer Fehler erweisen sollte. In diesen Zusammenhang gehort auch ein Vorgang, der sich zum grossten Skandal der Reagan-Ara entwickelte, die Iran-Contra-Affare: 1986 verkauften die USA nach Vermittlung durch Sicherheitsberater Robert McFarlane und Oberst Oliver North Waffen (hauptsachlich Panzerabwehrraketen) auch an den Iran. Das daraus erloste Geld wurde zur Unterstutzung der Gegner der Sandinisten in Nicaragua, der so genannten Contras verwendet. Auch die Geld- und Waffenlieferungen an die Mujaheddin in Afghanistan erwiesen sich als zweischneidig: Das Ziel, die Sowjetunion in die Knie zu zwingen, wurde zwar erreicht, aber so auch radikal-islamische Gruppen gestarkt.
Unter Prasident Ronald Reagan (1981–89) strebte die ideologische Auseinandersetzung mit der Sowjetunion dem Finale zu. Reagan bezeichnete die Sowjetunion wiederholt in Anlehnung an religiose Terminologie als „Reich des Bosen“ (evil empire), das es zu Tode zu rusten gelte. Die Rustungsausgaben wurden erhoht und ein so genanntes „Star-Wars-Programm“ (Krieg der Sterne) aufgelegt. 1985 und 1986 traf er sich jedoch auch mit seinem sowjetischen Amtskollegen Gorbatschow zu Abrustungsverhandlungen unter der Bezeichnung START (Strategic Arms Reduction Talks). Letztlich war diese Politik erfolgreich, denn mit dem Zusammenbruch der Sowjetunion (1991) war der Kalte Krieg beendet.
Die 'Neue Weltordnung' seit 1990
Die USA sind seither die einzige Supermacht und nach eigener Auffassung Ordnungsmacht der Welt. Seit den Terror-Anschlagen am 11. September 2001 auf das World Trade Center in New York, die von radikalen Islamisten durchgefuhrt wurden, sehen sich die USA in einem weltweiten Krieg gegen den Terrorismus. Im Oktober 2001 wurde durch einen Feldzug in Afghanistan das radikal-islamische Taliban-Regime verjagt, das den mutmasslichen Drahtzieher der Anschlage, Osama bin Laden, beherbergt hatte.
Ebenfalls im Namen des Krieges gegen den Terrorismus begann im Marz 2003 der Krieg (sog. Dritter Golfkrieg) gegen den Irak mit dem Ziel, den Diktator Saddam Hussein zu sturzen. Die USA warfen dem Irak u. a. vor, Massenvernichtungswaffen zu besitzen und Kontakte zu Bin Laden zu unterhalten, wodurch der Irak eine Bedrohung fur die Welt gewesen sei.
Insbesondere der Krieg gegen den Irak ist volkerrechtlich umstritten, da er ohne ein explizites UNO-Mandat erfolgte und die Kriegsbegrundungen (Massenvernichtungswaffen und Kontakte zu Bin Laden) sich im Nachhinein als unzutreffend herausstellten, womit sich die Frage nach einer bewussten Tauschung der Weltoffentlichkeit durch die Bush-Administration erhebt.
Dem US-amerikanischen Militar gelang es schnell, den Irak militarisch zu besiegen und das Regime Saddam Husseins zu sturzen. Dennoch konnte der Irak bislang nicht befriedet werden. Zahlreiche zum Teil von Selbstmordattentatern durchgefuhrte Sprengstoffanschlage forderten auf Seiten der US-Truppen inzwischen mehr Todesopfer als die eigentlichen Kampfhandlungen bis Mai 2003, was dazu fuhrte, dass sich einige Staaten der Koalition der Willigen bereits im Fruhling 2004 wieder aus dem Irak zuruckzogen. Im Juni 2004 wurde die Regierungsgewalt an eine irakische Ubergangsregierung ubergeben.
Zur Zeit ist das US-Militar-Budget so hoch wie das der in der Liste nachfolgenden neun Staaten zusammen.
Siehe auch: Aussenpolitisches System der USA | Kategorie:US-Aussenpolitik | US-Interventionen im Ausland
Literatur:
- Christian Hacke: Zur Weltmacht verdammt, die amerikanische Aussenpolitik von J.F. Kennedy bis G.W. Bush, Ullstein ISBN 3-548-36722-4
Geschichte
Hauptartikel Geschichte der USA
Seit dem 16. Jahrhundert siedelten immer mehr Europaer in Nordamerika und verdrangten die indigene Bevolkerung. Franzosische Siedler befuhren die Strome Missisipi und St. Lorenz Strom. Und schnitten so den britischen Siedlern zunachst den Weg nach Westen ab. Die kolonisierten Teile an der Ostkuste standen unter britischer Staatshoheit. 1773 kulminierten die Spannungen zwischen den Kolonien und Grossbritannien in der Boston Tea Party. Mit der Unabhangigkeitserklarung am 4. Juli 1776 von Thomas Jefferson losten sich die dreizehn britischen Kolonien schliesslich von Grossbritannien. Nach dem Unabhangigkeitskrieg, der im Vertrag von Paris 1783 wurden die USA durch Grossbritannien als eigenstandiger Staat anerkannt.
Nachdem sich die 1777 verabschiedeten und 1781 ratifizierten Konfoderationsartikel als zu schwach erwiesen hatten, um das Uberleben des jungen Staatenbunds zu gewahrleisten, wurde 1787 die Philadelphia Convention verabschiedet, die den USA damit die modernste Verfassung der damaligen Zeit gab. Heute ist es die alteste noch gultige geschriebene Staatsverfassung der Welt.
Siehe auch: Amerikanischer Burgerkrieg, Indianerpolitik der USA, Konfoderierte Staaten von Amerika, Deutsche in den USA
Kunst und Kultur
Die US-amerikanische Kultur ist von der Vielfalt der ethnischen Einflusse und Traditionen, die diverse Einwandergruppen mitbrachten, gepragt. Diese fuhrten auf allen Gebieten zu kunstlerischen Hochstleistungen. Erst in den 1930er Jahren bildete sich durch die Massenmedien eine einheitliche US-amerikanische Popularkultur heraus. Bis heute werden in den ethnischen Gruppen traditionelle kulturelle Eigenarten intensiv gepflegt.
Die fruhe Kulturproduktion in den USA war vor allem durch die englische 'Leitkultur' gepragt, die aber aufgrund der neuen, einzigartigen Verhaltnisse schnell an Eigenstandigkeit gewann. Den afrikanischen Sklaven wurde eine Ausubung ihrer kulturellen Traditionen und eine eigene Kulturproduktion verboten, so das sie sich stark an europaischen Mustern orientieren mussten. Jedoch konnten Elemente ihrer Ursprungskulturen im Geheimen aufrecht erhalten werden. Auch die anderen Einwandererkulturen brachten Eigenes mit. Elemente der indianischen Kulturen hinterliessen Spuren in der US-amerikanischen Kulturproduktion. Die nicht-europaischen Elemente der US-Kultur erfuhren jedoch erst in der 2. Halfte des 20. Jahrhunderts gebuhrende Anerkennung.
Im 20. Jahrhundert losten sich US-amerikanische Kunstler von den Vorbildern der Alten Welt. Die unterschiedlichen kulturellen Disziplinen wurden in neue Richtungen erweitert – mit eindrucksvollen und innovativen Ergebnissen. Ein wesentlicher Beitrag der USA zur Weltkultur ist die Entwicklung des Jazz, der als erste eigenstandige Musikform der USA gilt, des Blues und des Country, aus deren Zusammenfuhrung in den 1950er Jahren der Rock 'n' Roll enstand. Diese Musikkultur ist einzigartig durch den Zusammenfluss afro-amerikanischer mit europaischer Folklore. Er bildet heute eine zentrale Grundlage der popularen Kultur der Westlichen Welt.
Literatur, Musik (Rock, Blues und Country) Filmkunst, Theater, Tanz und Architektur, ebenso wie andere Arten kunstlerischen Ausdrucks wurden angereichert und verandert. Zur zeitgenossischen Kunst- und Unterhaltungsszene in den USA gehorten die Verjungung der Musik, Neuentwicklungen im Modernen Tanz, die Verwendung ureigener amerikanischer Themen im Theater, die Filmproduktion in ihrer ganzen Bandbreite und die Globalisierung der Bildenden Kunste.
Es gibt in den Vereinigten Staaten - ahnlich wie in Deutschland, aber ganz anders als in Frankreich - kein zentrales Kultusministerium, das eine landesweite Kulturpolitik steuert. In dieser Tatsache spiegelt sich die Uberzeugung wider, dass es wichtige Bereiche im gesellschaftlichen Leben gibt, bei denen die Regierung nur eine kleine oder gar keine Rolle spielen sollte. Die zwei nationalen Stiftungen fur Kunst und Geisteswissenschaften – 'National Endowment for the Arts' (NEA) und 'National Endowment for the Humanities' (NEH) – unterstutzen mit Zuschussen sowohl einzelne Kunstler und Wissenschaftler als auch Institutionen, die im Bereich der Kunst und Geisteswissenschaften tatig sind. Wahrend das Budget der NEA, das sich 2003 auf $115 Millionen Dollar belauft, verhaltnismassig bescheiden ist, verglichen mit der Kulturforderung anderer Lander, so machen seit jeher private Spenden den Grossteil der Kulturforderung aus. Diese privaten Spenden wurden fur das Jahr 2002 auf ungefahr $12.1 Milliarden Dollar geschatzt. Wahrend ihres 40-jahrigen Bestehens hat die NEA ihre Gelder dazu benutzt, um private Schenkungen zu ermutigen, und dadurch allen US-Amerikanern einen Zugang zu den Kunsten und Geisteswissenschaften zu ermoglichen.
Siehe auch: Medien in den USA – Kunst in den USA – Liste amerikanischer Schriftsteller – Feiertage der USA
Wirtschaft und Verkehr
Die USA sind mit einem BIP von (2003) 10,383 Billionen $ die grosste Volkswirtschaft der Welt sowie das Land mit dem weltweit vierthochsten Pro-Kopf- Bruttosozialprodukt (nach Luxemburg, Norwegen und der Schweiz) mit (2003: 37.800 Dollar (31.250 Euro)), (zum Vergleich: Deutschland: 22.740 $). Die Arbeitslosenrate betrug (2003: 6%), zum Vergleich: Deutschland: 12,6%). Die USA zahlen zu den am starksten deregulierten und privatisierten Volkswirtschaften der Welt.
Die Armutsschwelle wird bei einem Jahreseinkommen von 18.810 Dollar (15.550 Euro) fur eine vierkopfige Familie und von 9.393 Dollar (7.760 Euro) fur eine alleinstehende Personen angesetzt. Jeder achte Einwohner der USA lebt demnach laut Angaben der US-Zensusbehorde in Armut. So stieg die Zahl der Menschen, die unterhalb der Armutsgrenze leben, im Jahr 2003 um 1,3 Millionen auf 35,9 Millionen. Dies entspricht einer Zunahme um 0,4 Punkte auf 12,5 Prozent. Es war das dritte Jahr in Folge, dass die Armut in den USA zunahm und die hochste Armutsrate seit 1998, als die Quote bei 12,7 Prozent lag. (zum Vergleich: Deutschland: 13,5 %)
Aussenhandel: Der Import belief sich 2003 auf Guter im Wert von 1263 Mrd. $, der Export auf 714 Mrd. $, womit ein hohes Handelsbilanzdefizit ausgewiesen ist. Die Inflationsrate lag (1990-2001) bei 2,0%.
siehe auch: Wirtschaft der USA; Transport und Verkehr in den USA
Gliederung
350px|thumb|Karte der USA mit Namen der US-Bundesstaaten Im Jahr 2002 gab es laut Zensus- beziehungsweise Volkszahlungsburo 87.900 lokale Regierungseinheiten in den Vereinigten Staaten, einschliesslich Ortschaften, Kreise, Siedlungen, Schul- und andere Bezirke. Mehr als drei Viertel der Burger der Vereinigten Staaten leben in grossen Stadten oder deren Vorstadten (Liste der Stadte in den USA).
thumb|right|350px|Karte der USA mit Staats- und County-Grenzen Das County ist eine Untereinheit des Bundesstaates, meistens – aber nicht immer – bestehend aus zwei oder mehreren Gemeinden und einigen Dorfern. Ein Verwaltungsrat erlasst Steuern, verleiht Geld und treibt es ein, bestimmt die Gehalter der Angestellten des Kreises, beaufsichtigt Wahlen, baut und unterhalt Strassen und Brucken und verwaltet Sozialhilfeprogramme auf nationaler, bundesstaatlicher und Kreisebene.
Ein besonderer Aspekt bei den Stadteregierungen, uberwiegend in den Neuenglandstaaten, ist das 'town meeting'. Einmal im Jahr – bei Bedarf auch haufiger – kommen alle registrierten Wahler einer Stadt zu einer offentlichen Versammlung und wahlen Beamte, diskutieren die Lokalpolitik und erlassen Gesetze fur das Funktionieren der Regierung. Als Gruppe beschliessen sie Strassenbau und -ausbesserung, Errichtung von offentlichen Gebauden und Einrichtungen, Steuern und den Stadthaushalt. Das 'town meeting', das schon seit zwei Jahrhunderten existiert, ist oft die reinste Form der Demokratie, in der Regierungsgewalt nicht delegiert, sondern direkt und regelmassig von allen Burgern ausgeubt wird.
Aussengebiete
Neben diesen Staaten und dem District of Columbia gibt es auch noch folgende Gebiete mit unterschiedlich geregelter Autonomie:
- In der Karibik die US-Amerikanischen Jungferninseln, Bahia de Guantanamo, Navassa und Puerto Rico
- Im Pazifik Amerikanisch-Samoa, die Bakerinsel, Guam, die Howlandinsel, die Jarvisinsel, das Johnstonatoll, das Kingmanriff, die Midwayinseln, die Nordlichen Marianen, das Palmyra-Atoll und Wake
Militar
Die Streitkrafte der USA sind unterteilt in Luftwaffe (Air Force; ca. 370.000 Soldaten), Heer (Army; ca. 500.000 Soldaten), Marine (Navy; ca. 370.000 Soldaten), Marineinfanterie (Marine Corps; ca. 172.000 Soldaten) und Kustenwache (Coast Guard; ca. 39.000 Mann), wobei letztere im Kriegsfall der Marine unterstellt wird. Daruber hinaus unterhalt jeder Bundesstaat Einheiten der Nationalgarde (National Guard), welche normalerweise dem Gouverneur des jeweiligen Bundesstaates unterstellt sind, aber auch bei internationalen Konflikten eingesetzt werden.
In den USA existiert die Wehrpflicht. Sie wurde allerdings nach dem Vietnamkrieg 'ausgesetzt'. Im Kriegs- und Verteidigungsfall setzt die USA seither ihre starke Berufsarmee ein. Eine Wiederaufnahme der Wehrpflicht gilt im Allgemeinen als eher unwahrscheinlich, auch wenn wahrend des II. Irakkrieges in den USA Vermutungen formuliert wurden, dass die Wehrpflicht wieder angewandt werden konnte.
Die Vereinigten Staaten von Amerika waren die erste Atommacht der Welt, und sind der einzige Staat, der – in Hiroshima und Nagasaki – jemals Atombomben gegen Menschen eingesetzt hat. Auch auf dem Gebiet der konventionellen Rustung sind sie jedem anderen Staat deutlich uberlegen.
Das US-Militar betreibt ausserhalb der Vereinigten Staaten mehr als 700 Stutzpunkte in mehr als 130 Landern, in allen Kontinenten der Erde. Auf dem Territorium der USA gibt es hingegen keine einzige militarische Basis eines anderen Landes.
Siehe auch: Atomstreitkrafte US-Interventionen im Ausland, Liste verdeckter US-Operationen im Ausland,
Wissenschaft
Hauptartikel: Wissenschaft in den USA
Seit den Anfangen als unabhangige Nation haben die Vereinigten Staaten durch Ermoglichung des freien Austausches von Ideen, der Verbreitung von Wissen und durch die Aufnahme kreativer Menschen aus aller Welt Wissenschaft und Erfindungen gefordert. Die Verfassung spiegelt den Wunsch nach wissenschaftlicher Aktivitat wider. Sie gibt dem Kongress die Befugnis, 'den Fortschritt der Wissenschaft und nutzlicher Kunste zu fordern, indem Urhebern und Erfindern fur eine begrenzte Zeit das Exklusivrecht auf ihre jeweiligen Schriften und Entdeckungen zugesichert wird'. Diese Bestimmung ist Grundlage fur das Patent- und Warenzeichensystem der Vereinigten Staaten.
Zwei der Grundervater der USA waren selbst namhafte Wissenschaftler. Benjamin Franklin fuhrte mit einer Reihe von Experimenten den Nachweis, dass der Blitz eine Art von Elektrizitat ist, und erfand den Blitzableiter. Thomas Jefferson studierte Landwirtschaft und fuhrte neue Reis-, Olivenbaum- und Grassorten in die Neue Welt ein.
Im 19. Jahrhundert stammten die fuhrenden neuen Ideen in Naturwissenschaft und Mathematik aus Grossbritannien, Frankreich und Deutschland. Forscher und Erfinder aus den Vereinigten Staaten lagen zwar bei der Entwicklung von Theorien im Ruckstand, aber sie brillierten in den angewandten Naturwissenschaften. Aufgrund der weiten Entfernung zwischen den Vereinigten Staaten und den Urspungslandern der westlichen Wissenschaft und Produktion war es oft notwendig, eigene Vorgehensweisen zu entwickeln. Vor diesem Hintergrund kam es zu einer Vielzahl wichtiger Erfindungen. Grosse amerikanische Erfinder sind Robert Fulton (Dampfschiff); Samuel F.B. Morse (Telegraf); Eli Whitney (die Baumwollentkornungsmaschine Cotton Gin); Cyrus McCormick (Maher); die Bruder Wright (Motorflugzeug) und Thomas Alva Edison, der mit mehr als eintausend Erfindungen produktivste Erfinder.
In der zweiten Halfte des 20. Jahrhundert wurden US-amerikanische Wissenschaftler zunehmend fur ihre Beitrage zur reinen Wissenschaft, der Formulierung von Konzepten und Theorien, anerkannt. Diese Veranderung zeigt sich auch bei den Gewinnern der Nobelpreise in Physik und Chemie. Unter den Nobelpreisgewinnern in der ersten Halfte des Jahrhunderts – 1901 bis 1950 – stellten US-Amerikaner in den Naturwissenschaften nur eine kleine Minderheit. Seit 1950 haben US-Amerikaner etwa die Halfte der in den Naturwissenschaften verliehenen Nobelpreise erhalten.
Sport
Die Amerikaner besitzen typische Nationalsportarten. Die beliebteste Sportart ist American Football gefolgt von Baseball und Basketball. Eishockey ist auch eine der beliebtesten Sportarten. Fussball, die beliebteste Sportart der Welt, kommt nur auf Platz 5, wobei sich besonders Frauen fur diesen Sport interessieren.
Siehe auch: Sport in den USA
Siehe auch
- Antiamerikanismus
- American way of life
- Portal USA
- Organisation Amerikanischer Staaten
Weblinks
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- Das weisse Haus im Internet(http://www.whitehouse.gov/)
- Amerikanische Botschaft in Deutschland(http://www.us-botschaft.de/)
- Spiegel online / Jahrbuch / USA(http://www.spiegel.de/jahrbuch/0,,USA,00.html)
- CIA World Fact Book(http://www.cia.gov/cia/publications/factbook/geos/us.html)
- Bergketten und Berge der USA (engl.)(http://freespace.virgin.net/john.cletheroe/usa_can/mountain/)
- zum Thema USA(http://dmoz.org/World/Deutsch/Regional/Amerika/Vereinigte_Staaten/Linksammlung) beim Open Directory Project
- Linksammlung zur Aussenpolitik der USA(http://www.politik.uni-koeln.de/jaeger/links/amauspol)
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