Unsolicited Bulk Email
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thumb|Spam und UBE in einem GMail-Konto Unsolicited Bulk Email (zu deutsch 'Unverlangte Massen-E-Mail', kurz UBE) ist eine Bezeichnung fur E-Mails, die unangefordert an eine grosse Anzahl von Empfangern verschickt werden.
Ein bekannter Vertreter von Unsolicited Bulk Email ist die unerwunschte E-Mail-Werbung, die so genannte Unsolicited Commercial E-Mail, besser bekannt als Spam.
| Table of contents |
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1 Formen der UBE
2 Kosten
3 Rechtslage
4 Gegenmassnahmen
4.1 E-Mail-Adressen 5 Ausblick
6 Weblinks
6.1 Anti-UBE-Software |
Formen der UBE
Je nach Motiv und Ursache unterscheidet man
- Spam (Unsolicited Commercial E-Mail, UCE), also Werbung. Meist handelt es sich dabei um dubiose Angebote bzgl. Sex, Penis- oder Lebensverlangerung, etc. Besonders haufig fallt dabei die Nigeria-Connection auf, leicht zu erkennen an einem sehr langen, larmoyanten, schleimigen Text, bei dem es meistens um viel Geld und um Verwandte (ehemaliger) afrikanischer Staatschefs geht.
- Wurmer und Viren. Der Tater hat verschuldet, dass sich diese von seinem Rechner aus weiterverbreiten. Er hat nicht die allgemein bekannten Schutzmassnahmen ergriffen, damit Datei-Anhange in den E-Mails, die er empfangt, nicht vollautomatisch ausgefuhrt werden, oder er hat absichtlich auf so ein Attachment geklickt, ohne mit dem vermeintlichen Absender etwas derartiges vereinbart zu haben.
- Belastigungs-Mails ohne nahere Information an diejenigen, deren E-Mail-Adresse als Absender von Wurm- oder Virus-E-Mails gefalscht war. Der Tater hat eine defekte Virenschutz-Software in Betrieb gesetzt, die vollautomatisch diesen Vandalismus begeht, ohne sich Gedanken zu machen, dass Wurmer und Viren immer gefalschte Absender tragen und dass die Opfer mit solchen Mitteilungen nichts anfangen konnen, wenn eine Kopie der zuruckgewiesenen E-Mail mit allen Headern fehlt, die eine Recherche der Herkunft erlauben wurde.
- Newsletter und Mailinglisten, bei denen man von unbekannten Dritten als Abonnent eingetragen wurde und denen der notige Schutzmechanismus fehlt, um solche gefalschten Bestellungen zu erkennen.
- Joe Jobs: UBEs, die so aussehen, als kamen sie von einer anderen Person als dem Tater. Zum Beispiel hat der Tater den Namen und/oder die E-Mail-Adresse einer bestimmten Drittperson im E-Mail angegeben. Verfolgungsmassnahmen gegen den vermeintlichen Tater treffen und schaden der Drittperson, was das eigentliche Ziel des Joe Jobs ist.
- HOAXes: Sensationelle, aber falsche Geruchte, die unbedarft an moglichst viele Freunde und Bekannte weitergeleitet werden, weil sie so aufregend sind.
Kosten
Durch den massenhaften Versand entstehen betrachtliche Kosten; fur 2004 wurden Zahlen von 25 Milliarden Euro ermittelt.
Die Kosten entstehen aus verschiedenen Grunden:
- Arbeitskosten der Mitarbeiter, die einen nicht unerheblichen Teil der Arbeitszeit fur das Lesen und Aussortieren der Spam-Mails benotigen
- Verlustausfalle, wenn falschlicherweise 'echte' E-Mails mit ausgefiltert werden
- Direkte Kosten fur die Blockade moglicher Spam-Mails (zusatzliche Mitarbeiter, Hardware, Software)
- Durch Schaden, die durch fehlerhafte oder ubermassig viele Spam-Mails oder durch boswillige Viren an der Hard- und Software entstehen konnen
- Kosten fur die Beseitigung von Trojanern und Viren
- Kosten, die entstehen, weil Spammer die Hardware durch kriminellen Eingriff zum Versand der Mails missbrauchen
- Hohere Hardware-Kosten, weil die Schutz-Software und das erhohte Mailaufkommen mehr Ressourcen benotigen
- Kosten des Internet-Providers durch entstandenen Traffic und Speicherplatz fur die uberflussigen Mails
- Genauso bei Mail-Dienstleistern, aber zusatzlich durch die Belastung durch Wegwerf-Accounts bei Freemailern
- ... und Kosten desselben durch Missbrauch von Mailkonten zum Spammen
- Indirekte Kosten, wenn das Kommunikationsmittel E-Mail wegen des Spams gemieden wird
- Je nach Berechnungsmethode wird auch der Schaden mitgezahlt, wenn durch den Spam betrugerische Geschafte getatigt werden
So soll mehr als die Halfte der E-Mails, die bei dem amerikanischen E-Mail-Provider Hotmail eintreffen, unerwunschte Werbung enthalten. Fur den Versand werden Adresslisten genutzt, die oft mehrere Millionen E-Mail-Adressen enthalten.
Rechtslage
Die Rechtslage bei unerwunschter Werbe-E-Mail ist ausfuhrlich im Artikel Spam (E-Mail) erortert.
Eine Haftungsfrage fur den Versand von E-Mail-Wurmern und Trojanern, die den grossten Anteil an der der UBE nach UCE ausmachen durften, ist in Deutschland noch umstritten. Unter sehr eingeschrankten Bedingungen sehen einige Autoren zumindest Unternehmen als haftbar an, fur Privatpersonen verneint die Literatur uberwiegend eine Haftungsverpflichtung.
Ein Unterlassungsanspruch gegen versehentlich Wurmversender wurde bislang noch nicht durchgesetzt.
Strafrechtlich ist das Erstellen und Verbreiten von Wurmern, Viren und Trojanern als Computersabotage relevant. 2004 wurde in Deutschland deswegen ein Verfahren gegen einen Schuler als Autor von Netsky und Sasser angestrengt, dessen Ausgang noch ungewiss ist.
Gegenmassnahmen
Statische Massnahmen des Filterns basieren immer noch auf der Fahigkeit des Administrators, die vorgegebenen (fixen) Regeln den aktuellen Verhaltnissen anzupassen. Statistisches Filtern, zuerst vorgeschlagen 1998 am AAAI-98 Workshop on Learning for Text Categorization und weiter bekanntgemacht durch einen einflussreichen Artikel (http://www.paulgraham.com/spam.html) von Paul Graham, soll vorhersagen, ob eine E-Mail UBE ist oder nicht. Durch vorheriges Training mit den eigenen E-Mails, die man von Hand in UBE oder Nicht-UBE sortiert, lassen sich bereits Aussagen daruber treffen, ob eine E-Mail zur UBE zu rechnen ist oder nicht. Statistische Gegenmassnahmen basieren auf Wahrscheinlichkeits-Methoden, abgeleitet vom Bayes-Theorem. Bayes'sche Filter sind 'lernend' (auch 'selbstlernend') und setzen auf Worthaufigkeiten in bereits vom Benutzer erhaltenen und klassifizierten E-Mails. Das Filtern auf statistischen Grundlagen ist im Grunde eine Art Text-Klassifikation. Eine Anzahl von Forschern der angewandten Linguistik, die sich mit dem 'Lernen von Maschinen' befassen, haben sich bereits diesem Problem gewidmet. Siehe [1] (http://www.paulgraham.com/antispam.html). In jungerer Zeit versuchen Tater durch das Einfugen zufalliger Zitate aus der Weltliteratur (evtl. in weisser Schrift oder als Meta-Tag unlesbar) die statistischen Massnahmen auszutricksen. Als Gegenmassnahme versuchen auf externen Servern installierte Filter wie beispielsweise SPAVI (http://www.spavi.de), die in den E-Mails verlinkten Seiten zu laden und zu analysieren.
E-Mail-Adressen
Eine der effizientesten Massnahmen der UBE-Vermeidung fur Privatleute besteht darin, die eigene E-Mail-Adresse nur an engere Bekannte und Freunde weiterzugeben und nicht im Web oder offentlichen Foren, die von Tatern ausgewertet werden, zu publizieren. Wird fur ein offentliches Forum, zum Beispiel Usenet, eine E-Mail-Adresse benotigt, lohnt es sich, Wegwerf-E-Mail-Adressen mit einem internen Zahler (beispielsweise von Spamgourmet) und einer zeitlich beschrankten Gultigkeit anzulegen.
Das Verwenden ungultiger E-Mail-Adressen wird im allgemeinen als inakzeptabel erachtet. Minderheiten halten es gerade dann noch fur akzeptabel, sofern eine Reihe von Punkten beachtet wird, siehe dazu die FAQ: Ungultige E-Mail-Adressen im Usenet (http://usenet.noemails.net/email-adressen.html)).
Im Header von Usenet-Artikeln, das heisst in den Einstellungen des Newsreaders, verstosst diese Massnahme jedoch gegen die derzeit gultige RfC (RFC 1036 und RFC 2822), weshalb solche Artikel von Newsservern automatisch zuruckgewiesen werden, die eine ungultige E-Mail-Adresse erkennen. Wenn hinter dem @-Zeichen eine ungultige Domain verwendet wird ist es fur Newsserver leicht, die Adresse als ungultig zu erkennen. Es ist damit zu rechnen, dass sich in Zukunft als einzige RfC-konforme Ausnahme das Anhangen von .invalid durchsetzen wird.
Im Usenet und auf Mailinglisten kann auch im 'From'-Header eine nicht gelesene 'Mull-Adresse' und 'Reply-To' die eigentliche Adresse eingetragen werden. Damit kommen Antworten an der korrekten Adresse an, die Tater scannen aber normalerweise nur die From-Adressen.
E-Mail-Filter
Die hauptsachlich verwendeten Filterverfahren betreffen derzeit die Unsolicited Commercial Email und sind dort erlautert. Diese Filterverfahren konnen teilweise auch auf UBE ubertragen werden.
Da jedoch UBE von zahlreichen Rechnern versandt wird, die typischer Weise mit Wurmern und Trojanern infiziert sind, ist es deutlich gunstiger, praventiv geeignete Anti-Virus-Software und Firewall-Systeme einzusetzen. Dadurch lasst sich der eigene Rechner als Quelle fur UBE fast 100%ig ausschalten.
Massnahmen fur Mailserverbetreiber
Kann der einzelne Benutzer nur verhindern, dass er selbst UBE erhalt, bietet sich fur Administratoren von Mailservern die Moglichkeit, die Verbreitung von UBE einzuschranken. Dies beginnt bei der richtigen Konfiguration des Mailservers, der es nur autorisierten Benutzern gestatten sollte, E-Mails zu verschicken. Diese Massnahme ist allerdings nur ein Tropfen auf den heissen Stein, da UBE fast nie uber den Mail-Server des Absenders, sondern uber den des jeweiligen Empfangers verschickt wird.
Auf der Gegenseite kann der Mailserver den Empfang von E-Mails, die von so genannten Open relays stammen, uber die jeder unautorisiert Mails einliefern kann, ablehnen. Mehrere Organisationen, zum Beispiel die Open Relay Database, bieten Listen solcher fehlkonfigurierter Mailserver an, die der Serveradministrator zur Uberprufung nutzen kann.
So genannte Teergruben bieten eine Gegenmassnahme gegen den Versandmechanismus der Tater, indem sie an Hand von Blacklisten und beim Erkennen, dass immer wieder dieselbe Nachricht verschickt wird, den Mail Transfer Agent blockieren.
Bei White/Blacklist-Filtern antwortet das Mailsystem zunachst allen unbekannten Versendern und fordert diese hoflichst auf, sich beim Mail Transfer Agent zu registrieren. Durch eine Aktion (z. B. eine Zahl aus einem generierten Bild abschreiben) bestatigt der Sender, dass er ein Mensch ist und ernsthaftes Interesse hat. Wenn er korrekt antwortet, bekommt der Empfanger die bis dahin aufgehobene Mail zugesandt. Der Versender wird daraufhin in die Whitelist aufgenommen. Lehnt der Empfanger den Absender jedoch trotzdem ab, sendet er eine Mail mit dem Subject ****SPAM**** an den Absender. Der W/B-Filter fangt diese Mail ab und verschiebt dann die Adresse von der Whitelist auf die Blacklist. Eingehende Mails der Blacklist werden verworfen beziehungsweise automatisch beantwortet.
Es gibt noch weitere Registrierungsmoglichkeiten im W/B-Filter-Verfahren, z. B. uber einen URL mit ID (z. B. http://www.example.com/mail.php?ID=20032311-021). Systeme der Art, die die Reaktion des Sendenden erfordert, werden auch als Challenge-Response-System bezeichnet, werden jedoch von vielen Anwendern und (vor allem) von Administratoren als kein zweckdienliches System zur UBE-Vermeidung angesehen. Dies aus den folgenden Grunden:
- Die Absenderadresse einer UBE wird im gunstigsten Fall mit einer ungultigen Adresse, im Normalfall mit der Adresse eines Unbeteiligten versehen. Im Falle einer ungultigen Adresse fuhrt der Versuch der Zustellung der Challenge-Mail zu einem Bounce, damit also zu einer Ressourcenverschwendung. Ist die Adresse gultig, so wird dieser vom Challenge-Response-System 'belastigt', womit der Benutzer des Systems technisch selbst zum Tater wird.
- Versendet der Benutzer eines Challenge-Response-Systems selbst eine Mail an ein Challenge-Response-System (z. B. eine Mailingliste mit Confirmed Opt-in), kommt es zu dem Effekt, dass beide Systeme jeweils auf die Antwort des anderen Systems warten (die Mailliste auf die explizite Bestatigung, dass die E-Mail-Adresse in die Liste aufgenommen werden soll, das System des Benutzers, dass sich die Mailliste als 'regularer' Benutzer authentifiziert). Die Aufnahme eines solchen Benutzers erfolgt dann meist durch manuelles Bearbeiten des Maillistenbetreibers, was fur diese einen entsprechenden Mehraufwand bei der Administration zur Folge hat.
- Ein Benutzer eines CR-Systems, der an einer Mailliste teilnimmt, verursacht im Allgemeinen eine Vielzahl von Challenge-Mails, da die Absenderadresse bei Mails an die Mailliste im Allgemeinen nicht verandert wird. Dies hat zur Folge, dass sich jeder Maillistenbeteiligte bei jedem einzelnen Benutzer eines solchen Systems authentifizieren muss, damit dieser die jeweilige Mail von der Mailliste erhalten kann. Da dies ab einer gewissen Anzahl von Benutzern von CR-Systemen innerhalb einer Mailliste die Akzeptanzschwelle vieler Benutzer uberschreitet, fuhrt dies im Allgemeinen dazu, dass sich die Benutzer solcher Systeme fruher oder spater aus den Diskussionen ausschliessen.
Weitere Massnahmen sind:
- greylisting
Beschwerden
Die ineffizienteste, aber gemeinnutzigste Gegenmassnahme besteht darin, den Provider des Taters zu ermitteln und sich dort zu beschweren. Die eskalierende UBE-Flut kommt namlich nur von einer begrenzten Anzahl an Providern, die Beschwerden noch nicht einmal beachten, wahrend nicht wenige andere Provider fur solche Hinweise dankbar sind und den Tater spatestens im Wiederholungsfall vor die Tur setzen.
Beschwerden sind nur sinnvoll, wenn man sie so gut es geht mehr oder weniger automatisiert, um moglichst viele pro Tag zu verschicken, beispielsweise unter LINUX o.a. UNIX mit einem Shell- oder Perl-Script. Zu analysieren ist der Header der E-Mail, der von vielen Mail-Clients gar nicht oder nur mit der Schaltflache 'Quellcode betrachten' gezeigt wird. Darin ist alles leicht zu falschen ausser den IP-Adressen der MTAs (Mail-Server), die die E-Mail transportiert haben. Diese stehen in Headerzeilen, die mit dem Schlusselwort Received anfangen und unterscheiden sich von potenziellen Falschungen dadurch, dass sie in runden oder eckigen Klammern stehen. Man verfolgt die Kette dieser Weiterleitungen bis zum ersten System, das nicht mehr zum eigenen Provider gehort, denn weiter hinten stehende Systeme konnen auch gefalscht sein. Zu welchem Provider diese IP-Adresse gehort, ermittelt man mit dem UNIX-Befehl whois und dem Whois-Server der zustandigen Registry. Diese sind:
- whois.arin.net fur Nordamerika und das sudliche Afrika (falls unzustandig, teilt er die zustandige Registry mit),
- whois.lacnic.net fur Lateinamerika (IP-Adressen 200.*), jedoch:
- whois.registro.br fur Brasilien,
- whois.ripe.net fur Europa, Nordafrika und Nahost (IP-Adressen 62.*, 8*, 195.*, 217.*),
- whois.apnic.net fur Fernost und Australien (IP-Adressen 61.*, 218.*, 219.*, 220.*, ...), jedoch:
- whois.nic.or.kr fur Korea,
- whois.nic.ad.jp fur Japan,
- whois.thur.de ruft seinerseits den richtigen Whois-Server auf, bitte nicht uberlasten
Das Format, mit dem die einzelnen Whois-Server antworten, ist uneinheitlich. Wenn als angeblicher Provider eine Firma mit einem winzigen Class-C-Netz genannt wird, riskiert man, dass der vermeintliche Provider und der Tater identisch sind. Man muss mit etwas Erfahrung und Geschick den 'Upstream', also den eigentlichen Provider, ermitteln. Beispiel: Die IP-Nummer gehort einer deutschen Firma, die schon vom Namen her Internet-Werbung als Geschaftsziel hat, nur uber 128 IP-Nummern verfugt und offenbar uber die Telekom ans Internet angeschlossen ist. Dann beschwert man sich direkt bei der Telekom.
Die meisten Provider haben eine eigene Beschwerde-Adresse abuse@..., die jedoch nicht immer im Whois-Server eingetragen ist. Um zu ermitteln, welches die richtige Beschwerde-Adresse zu einer bestimmten Domain ist, leistet http://www.abuse.net wertvolle Dienste, wo allerdings nicht direkt anhand IP-Adressen (Nummern) nachgesehen werden kann, weil IP-Adressen ofters den Besitzer wechseln.
Die Beschwerde verfasst man knapp und hoflich und hangt eine vollstandige Kopie der missbrauchlichen E-Mail (mit > in der ersten Spalte) unten dran, und zwar nicht als Attachment. Dass der Header vollstandig, vor allem mit allen Received-Zeilen, mit enthalten ist, spielt fur den Missbrauchs-Sachbearbeiter eine entscheidende Rolle, um den Tater zu ermitteln. Eine Ausnahme ist abuse@wanadoo.fr, wo Beschwerden mit UBE verwechselt und zuruckgewiesen werden, wenn sie mehr von der missbrauchlichen E-Mail zitieren als nur den Header.
Moglichkeiten zur Automatisierung dieses Ermittlungs- und Beschwerdeprozesses bieten Dienstleister wie beispielsweise SpamCop (http://www.spamcop.net/). Wer sich hier registriert hat, kann einfach den Quelltext einer UCE dorthin schicken und erhalt in der Regel nur wenige Sekunden spater eine Bestatigungsmail. In dieser ist ein Link (zur SpamCop-Website) enthalten, dem man mit dem Browser folgt und dort nochmals bestatigt, dass es sich bei der Mail tatsachlich um 'Spam' handelt. Alles weitere wird von SpamCop ubernommen - an wen die Beschwerden letztendlich verschickt werden, lasst sich ebenfalls der letztgenannten Webseite entnehmen.
Ausblick
Im Kampf um/gegen UBE wird von beiden Seiten ein immer grosser werdender Aufwand getrieben:
- Das UBE-Aufkommen stieg in den letzten Jahren exponentiell an. Im Jahr 2003 uberstieg das UBE-Aufkommen erstmals die Menge der regularen Mails, so eine Meldung von spamhaus.org Ende des Jahres.
- Aufkommende neue Filter- oder andere Techniken zur UBE-Vermeidung werden durch entsprechende Gegenmassnamen umgangen:
- Die Uberprufung der Gultigkeit von Absenderadressen fuhrte zur Verwendung gultiger Adressen mit dem Effekt, dass Unschuldige mit Tausenden bis zu Millionen von Bounces uberschuttet wurden.
- Die Einfuhrung von Filtern, die Mails auf bestimmte Begriffe uberpruften, fuhrte zu Mails, die absichtliche Schreibfehler enthielten (beispielsweise 'V1a9ra' statt 'Viagra') oder durch ungultiges HTML (das von HTML-darstellenden Mailreadern ignoriert wird) den wahren Inhalt verschleierten.
- Das Sperren bekannter offener Relays und bekannter UBE-versendender Server fuhrte zur Verbreitung von Trojanischen Pferden, die die Rechner von regularen Benutzern als UBE-Versender umfunktionierten.
- Das Einfuhren von zentralen Listen, die Informationen uber offene Relays u. a. verbreiteten und immer ofter von Mailbetreibern genutzt werden, fuhrte zu DoS-Angriffen gegenuber den Betreibern der jeweiligen Liste und deren ISPs.
- Es wird vermutet, dass das 2003 vermehrte Aufkommen von Wurmern auf das sich Durchsetzen von statistischen Analysetools (z. B. Bayes-Filtern) zuruckzufuhren ist.
- Einige Provider gehen dazu uber, den Port 25 zu uberwachen oder ganz zu sperren, um eventuell vorhandenen Viren die Moglichkeit zu nehmen, auf diesem Port Mails zu verschicken.
- Neue Ubertragungsmethoden von Mail, die eine Authentifizierung der beteiligten Mailserver erlauben, sollen das bisherige System (SMTP) ablosen. Neben der Ausarbeitung eines neuen Standards von Seiten der IETF, arbeiten grosse Mailanbieter an eigenen Losungen. Das Sender Policy Framework ist ein sehr vielversprechendes Konzept, das auf einem zusatzlichen DNS TXT Eintrag basiert. Es werden bereits Patches fur viele populare sog. MTAs (Mail Transfer Agents) angeboten.
- Ein weiterer Ansatz ist die Einfuhrung von virtuellen Briefmarken, den beispielsweise HashCash verfolgt. Dabei muss der Versender pro abgeschickter E-Mail einige Sekunden Rechenzeit investieren, um eine solche virtuelle Briefmarke, die nur fur begrenzten Zeitraum und fur eine bestimmte Empfangeradresse gultig ist, zu erstellen. Auf der Empfangerseite werden dann E-Mails von unbekannten Absendern von einem Filterprogramm wie SpamAssassin nur dann akzeptiert, wenn sie mit gultigen Briefmarken versehen sind. Das hat zur Folge, dass das massenhafte Versenden von E-Mails erheblichen Mehraufwand bedeuten wurde wahrend der gelegentliche Versender kaum beeintrachtigt ist. Ein Vorteil dieser Methode ist, dass das Uberprufen der Gultigkeit einer virtuellen Briefmarke mit (im Vergleich zum Erzeugen der Briefmarke) sehr wenig Rechenaufwand geschehen kann. Ein Schwachpunkt ist, dass Tater ohnehin nicht mehr ihre eigenen Rechner benutzen und daher auch mehr Rechenleistung zur Verfugung haben.
Die Erfahrung der letzten Jahre und auch die Tatsache, dass soziale Probleme nicht durch technische Ansatze gelost werden konnen, lassen den Schluss zu, dass das System E-Mail in dieser Form in absehbarer Zukunft nicht mehr langer bestehen wird. Diese Annahme wird unterstutzt durch die Vorkommnisse im April und Mai 2004, bei der Filter auf grosseren Plattformen abgeschaltet, beziehungsweise massgebliche Funktionalitaten des Mediums E-Mail eingeschrankt wurden, um die um Faktoren grosser gewordene Mailflut in den Tagen davor uberhaupt verarbeiten zu konnen. Beispiele hierfur sind die Ablehnung auch wichtiger Dateiarten beim Empfang von E-Mail an der Freien Universitat Berlin, beziehungsweise das komplette Abschalten von UBE- und Wurm/Virenfiltern bei der Bundesregierung oder der TU Braunschweig.
Die 25 EU-Mitglieder werden kunftig beim Kampf gegen Spammer zusammen mit 13 asiatischen Landern - China, Japan, Sud-Korea und die zehn Asean-Staaten - zusammenarbeiten werden.
Weblinks
- Anti-Spam-Kampagne von Lycos (http://www.webwork-magazin.net/news/artikel/2645)
- Schweizer Verein TrashNet zum Thema (http://spam.trash.net/)
- Dossier: Der tagliche Arger in der Mailbox (http://www.wienerzeitung.at/aktuell/2001/antispam/default.htm)
- Verein fur Internet-Benutzer Osterreichs uber UBE und Spam (http://www.vibe.at/begriffe/spam.html)
- Spamhaus, freie Host-Blacklisten (http://www.spamhaus.org)
- Rechtslage und kommentierte Urteile (http://www.recht-im-internet.de/themen/spam/index.htm)
- FAQ der Newsgroup de.admin.net-abuse.mail (http://www.irrlicht.net/~laura/de.admin.net-abuse.mail.txt)
- Liste mit IP-Adress-Blocken und zustandigen E-Mail-Adressen, um sich zu beschweren (http://home.snafu.de/hweede/ubelist.txt)
- Open Relay DataBase (http://ordb.org/)
- Kostenlose Wegwerfmailadressen (http://www.spamgourmet.com)
- Tool zum Verschlusseln von E-Mail-Adressen auf der Webseite (http://www.onsite.org/html/antispam_email.html)
- Eine JavaScript-/Grafiklosung fur Webmaster (http://www.iup-kraus.de/spam.html)
- Geblockte Attachments an der Freien Universitat Berlin (http://www.zedat.fu-berlin.de/extrablatt/Archiv/2004-05-17.geblockte_attachments.html)
- komplettes Abschalten von UBE- und Wurm/Virenfiltern bei der Bundesregierung (http://www.heise.de/newsticker/meldung/47526)
- komplettes Abschalten von UBE- und Wurm/Virenfiltern bei der TU Braunschweig (http://www.tu-braunschweig.de/rz/aktuell/spam040521)
Anti-UBE-Software
- Spam-Lexikon (http://www.sophos.de/spaminfo/) Gut gemachtes Spam-Lexikon der Firma Sophos sowie Artikel und Whitepapers zum Thema
- SpamPal (http://www.spampal.de/) (Filter-Proxy fur POP3, IMAP4 und SMTP unter Windows, kostenlos, Open Source)
- SpamAssassin (http://eu.spamassassin.org/) (Open-Source-UBE-Filter fur Unix)
- Umfangreiche UBE-Filter-Sammlung fur den E-Mail-Server (http://spamabwehr.sakrak.net/)
- Anti-UBE-SMTP-Proxy (http://assp.sourceforge.net/) - Dieser Proxy arbeitet mit Standard-SMTP-Servern zusammen, um UBE schon beim Einliefern abzufangen.
- Spamihilator (http://www.spamihilator.com) - Freeware-UBE-Filter-Proxy fur Windows mit einer grossen Anzahl fertiger PlugIns (eigene SDK zur PlugIn-Programmierung verfugbar)
- Bogofilter (http://bogofilter.sourceforge.net/)
- Spambayes (http://spambayes.sourceforge.net/index.html) - in Python geschriebene Anti-UBE-Software (Freeware) mit Bayes-Filter, lasst sich auch in Outlook integrieren.
- FriedSPAM (http://friedspam.net/) Wirkungsvolle Browseranwendung zur finanziellen Schwachung von Spammern (bisher leider nur fur Internet Explorer)
Kategorie:e-Mail
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