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Muhammad Ali

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[[Bild:SV400031.JPG|thumb|Muhammad Ali in Wachs bei Madame Tussaud's in London]] Muhammad Ali (* 17. Januar 1942 als Cassius Marcellus Clay in Louisville, Kentucky) gehort zu den bekanntesten Personlichkeiten des 20. Jahrhunderts. Er gilt nach einhelliger Meinung als einer der herausragendsten Athleten und als bester Boxer des 20. Jahrhunderts. Zudem hat er durch Mut, Charisma und Einsatz ausserhalb des Boxringes grossen Eindruck hinterlassen.

Table of contents
1 Beginn der Profikarriere bis 1964
2 Weltmeister 1964-1967
3 Berufsverbot 1967-1970
4 Comeback 1970-1974
5 Weltmeister 1974-1978
6 Nach dem Karriereende 1981
7 Die Legende Ali
8 Ausserhalb des Rings
9 Kampfrekord
10 Zitate
11 Literatur
12 Weblinks

Beginn der Profikarriere bis 1964

Ausgangspunkt von Muhammads Boxerkarriere war der Diebstahl seines Fahrrads. Aus Wut daruber begann der 12jahrige Cassius Marcellus Clay auf das Einreden eines Polizisten mit dem Boxtraining. 1960 gewann der junge Muhammad Ali mit dem lateinischen Namen in Rom die olympische Goldmedaille im Halbschwergewicht. Als er trotz dieses Sieges in seiner Heimatstadt weiterhin als Farbiger diskriminiert wurde, warf er seine Medaille frustriert in den Fluss Ohio. Schon 1960, mit 18 Jahren, wurde Muhammad Ali Profi. Er stellte jedoch bald fest, dass ein Catcher namens Gorgeous George ein grosseres Aufsehen bei Presse und Zuschauern erzielte, als ein bescheiden auftretender Schwarzer Nachwuchsboxer wie Ali. Daraufhin kopierte er den Catcher Gorgeous in seinem Stil und lieferte der Presse von nun an immer neues Material in Form von Spottreimen uber seine Gegner, Vorhersagen uber die Runde seines K.O.-Sieges und sonstige selbstsichere Ausserungen aller Art.

Mit diesem aufreizend zur Schau getragenem Selbstbewusstsein, welches in seinem Lebensmotto 'I am the Greatest' zum Ausdruck kam, wurde Muhammad Ali schnell beruhmt und beruchtigt. Zudem traten seine Vorhersagen zu den Kampfen immer wieder oft ein, was den Verdacht des Betruges nahrte. Allerdings wurden Muhammad Alis Prognosen immer so erstellt, dass sie sich reimen liessen (Archie Moore will be on the floor in round four). Daraus wurden dann immer ofter erfullte Prophezeiungen.

Weltmeister 1964-1967

Im Februar des Jahres 1964 bekam er, gerade 22 Jahre alt geworden, endlich die Chance auf einen Weltmeisterschaftkampf gegen Sonny Liston. Nicht zuletzt, um sich selber Mut gegen den korperlich uberlegenen 'Baren' zu machen, kundigte er im Gedicht Song about me an, den amtierenden Schwergewichts-Weltmeister wie einen Satelliten in den Weltraum zu schiessen, als 'totale Sonny-Finsternis'.

Tatsachlich gewann der Aussenseiter sensationell gegen seinen Gegner, der nach der siebten Runde verletzungsbedingt aufgab. In tumultartigen Szenen brullte Clay immer wieder 'I shook up the world!' und 'I am the Greatest' in die Mikrofone. Die Fotos mit weit aufgerissenem Mund und Augen gingen um die Welt und zementierten seinen Ruf als Grossmaul.

Nach dem Kampf bekannte er sich offen zur Nation of Islam, einer radikalen schwarzamerikanischen islamischen Kirche, die von Elijah Muhammad und Malcolm X gefuhrt wurde, legte seinen 'Sklavennamen' (wie er ihn selber nannte) Cassius Clay ab und schloss sich vorerst seinem Freund Malcolm X an und nannte sich ebenfalls Muhammad X. Nachdem der ehrenwerte Elijah Muhammad, wie Ali ihn stets nannte, ihm den Ehrentitel Ali verlieh hiess er fort an Muhammad Ali.

In einem Ruckkampf 1965 schlug er Liston ein weiteres Mal, diesmal schon in der ersten Minute der ersten Runde. Der blitzschnelle Schlag, der Liston niederstreckte, wurde nicht nur von diesem ubersehen, sondern auch von vielen Zuschauern, was wiederum zu Geruchten uber Schiebung fuhrte. Auf Fernsehaufnahmen von hinten ist die Schlagwirkung auf Listons Kopf und dessen entspannte Halspartie jedoch deutlich zu sehen. Das Foto, das Ali triumphierend herabschauend auf den am Boden liegenden Liston zeigt, ist noch heute bekannt.

Mitte der 1960er Jahre war Ali auf dem Hohepunkt seiner Karriere. Er traf andere Personlichkeiten wie die Beatles und Elvis Presley, und verteidigte seinen Titel unter anderem gegen Ex-Weltmeister Floyd Patterson und dann im Frankfurter Waldstadion gegen den Deutschen Karl Mildenberger.

Ali war ausserst flink und provozierte oft die Gegner, indem er die Hande neben den Huften hangen liess, anstatt sich zu decken, was im Boxen als riskante Todsunde gilt. Schlagen wich er einfach nach hinten aus, um dann blitzschnell zu kontern. Tatsachlich bekam er kaum Treffer an den Kopf, kokettierte mit seinem gutem Aussehen und prahlte, dass er nach 'vielen Kampfen immer noch so hubsch wie ein Madchen' sei. Mit einer rasanten tanzerischen Beinkombination namens Ali Shuffle verbluffte er Gegner und Publikum, tanzte kreisformig um seine Kontrahenten herum, ohne sich beim Ausweichen in eine Ecke drangen zu lassen. Gelegentlich bewies er auch Nehmerqualitaten und liess sich demonstrativ mehrmals hintereinander in die gut durchtrainierte Seite des Korpers schlagen, ohne dass dies erkennbare Wirkungen zeigte - abgesehen davon, dass der Gegner demoralisiert wurde.

Im Ring brauchte Ali zu dieser Zeit keinen der zahlreichen Gegner zu furchten. Gemass seinem Motto 'Es ist keine Angeberei, wenn man es beweisen kann' zeigte er, dass er 'der Grosste' ist. Dieses Selbstbewusstsein hatte auch gesellschaftliche und politische Auswirkungen, starkte es doch die schwarze Burgerrechtsbewegung.

Berufsverbot 1967-1970

In Sudostasien eskalierte wahrenddessen der Vietnamkrieg, es wurden mehr Soldaten benotigt und dafur die Anforderungen fur den Wehrdienst abgesenkt. So kam es, dass auch Ali, der bislang als 'wehrdienstuntauglich' eingestuft worden war, nun plotzlich als 'tauglich' ausgewiesen wurde. Allerdings verweigerte Ali mit Hinweis auf seine Tatigkeit als muslimischer Prediger die Einberufung in die Armee, unter anderen mit den Aussagen 'Ich habe keinen Streit mit dem Vietcong' und 'Kein Vietcong hat mich jemals Nigger genannt'.

In der Offentlichkeit war er damit der erste Prominente, der offen gegen den Vietnamkrieg Stellung bezog, worauf er Zielscheibe der Kritik wurde, u. a. auch wegen seiner umstrittenen muslimischen Aktivitaten und seinem neuen Namen, den viele Journalisten ablehnten, indem sie ihn weiterhin Clay nannten. Stellvertretend fur sie und auch direkt vor ihren Augen verprugelte Ali seinen schwarzen Gegner Ernie Terrell, der ihn vor dem Kampf nur als Cassius Clay bezeichnet hatte, mit dem wiederholten Ruf 'Wie lautet mein Name?' rundenlang, anstatt ihn schnell K.O. zu schlagen.

1967 wurde er wegen seiner Wehrdienstverweigerung zu einer Haftstrafe auf Bewahrung verurteilt, worauf ihm der Reisepass genommen, der Weltmeisterschafts-Titel aberkannt und die Profi-Box-Lizenz entzogen wurde. Nach einer mehrjahrigen Berufungsverhandlung wurde das Urteil jedoch aufgehoben. Von 1967 bis 1970 war Ali mit effektiven Berufsverbot 'im Exil', durfte jedoch die USA nicht verlassen, wodurch ihm Einnahmen auch als Prediger und Redner im Ausland entgingen. So trat er als Redner vor Schwarzen oder an Universitaten auf, war in Fernsehshows oder als Buck White gar der Star in einem Broadway-Musical. Als Boxer konnte er nur im 'Computer Kampf' von 1969 aktiv werden, ein fur Kameras inszenierter Schaukampf gegen den ehemaligen Weltmeister aus den 1950er Jahren, Rocky Marciano. Veroffentlicht wurde dabei die Variante, in der der weisse Aussenseiter 'Rocky' (das Vorbild fur die gleichnamigen Filme von Sylvester Stallone) den uberheblichen Schwarzen Muhammad Ali ('Apollo Creed' in der Filmreihe) nach aufopferungsvollem Kampf uberraschend in der 13. Runde k.o. schlagt - wie spater im Film.

Comeback 1970-1974

Erst 1970 durfte er wieder in den Ring steigen, nachdem sich die Zeiten und Umstande drastisch geandert hatten. Nicht zuletzt suchten die Boxpromoter nach einem publikumswirksamen Zugpferd.

Im so genannten 'Kampf des Jahrhunderts' zweier ungeschlagener Weltmeister brachte ihm Joe Frazier 1971 seine erste Niederlage bei, da Ali nach wenigen Aufbaukampfen noch nicht optimal in Form war. Zudem war er nach der langen Pause nicht mehr so schnell wie fruher, und die jungen Gegner hatten zwischenzeitlich seinen Stil genau studiert. Somit galt Ali gemass dem Motto they never come back als abgehalfterter Ex-Champion. Er musste nun von vorne anfangen und sich erst wieder das Recht auf einen neuen WM-Kampf verdienen, indem er alle anderen potentiellen Gegner des Weltmeisters schlug. Dies gestaltete sich schwierig. Im Kampf gegen Ken Norton erlitt er gar einen Kieferbruch, wie sich im Nachhinein herausstellte. Aber Ali kampfte weiter, insbesondere in und mit den Medien, indem er seine von fruher bekannte Sprucheklopferei fast zur psychologischen Kriegsfuhrung ausbaute. So riefen er und sein Betreuer Drew 'Bundini' Brown vor Kampfen gemeinsam den Wahlspruch 'Float like a butterfly, sting like a bee' ('Schweben wie ein Schmetterling, stechen wie eine Biene'), der Alis eleganten fruheren Kampfstil verdeutlichte.

Obwohl er in Sachen Schnelligkeit nicht mehr wie fruher uberlegen war, schlug er im Lauf der Jahre alle Gegner, auch Norton und den inzwischen entthronten Smokin' Joe Frazier, und verdiente sich somit die Chance auf einen erneuten Titelkampf.

Weltmeister 1974-1978

Weltmeister war inzwischen George Foreman, ein grosser starker Kampfer mit aussergewohnlicher Kraft, der seine Gegner innerhalb weniger Runden k.o. schlug. Ahnlich wie 10 Jahre zuvor gegen Liston war Ali der Aussenseiter, diesmal zudem mit 32 Jahren der Altere. Es wurde allenthalben erwartet, dass Alis Karriere durch einen schnellen und deutlichen k.o. beendet werden wurde.

Der Kampf war fur den Herbst 1974 als Rumble in the Jungle in Kinshasa (Demokratische Republik Kongo, damals Zaire) angesetzt worden, organisiert vom schwarzen Box-Promotor Don King, und grosstenteils finanziert von Diktator Mobutu als Werbemassnahme fur sein Land und ganz Afrika. Schwierig wurde es insbesondere dadurch, dass durch eine Verletzung Foremans der Kampf um insgesamt einen Monat verschoben werden musste, wobei alle Beteiligten im Lande blieben.

Foreman war zwar auch Schwarzer, hatte aber als US-Amerikaner keinerlei Interesse an Afrika, logierte im Luxushotel, liess sich Essen aus den USA einfliegen, und hielt sich Presse und Einheimische mit seinem Schaferhund vom Leibe - ahnlich wie fruher die belgischen Kolonialherren.

Ali dagegen brachte die Bevolkerung durch Kontaktfreudigkeit und Charisma auf seine Seite, so dass er mit dem Ruf Ali, boma ye! ('Ali, tote ihn!') angefeuert wurde. Zudem hatte er genugend Zeit fur psychologische Spielchen und gereimte Spruche, mit denen er den spateren Rap-Sprechgesang vorweggenommen hat. So berichtet er von seinen neuen Trainingsmethoden: 'Ich habe mit Alligatoren gerungen, mit Walen gerauft, dem Blitz Handschellen angelegt und den Donner eingekerkert' (I wrestled with an alligator/Tussled with a whale/Handcuffed lightning/Threw thunder in jail.). Er sei so schnell dass er 'ohne nass zu werden unter einem Gewitter hindurchlaufen' konne, und uberhaupt 'derart bosartig, dass selbst Arznei krank wird'.

Im Kampf selber, der schliesslich am 30. Oktober stattfand, uberraschte Ali nicht nur Gegner und Publikum, sondern auch seinen Trainer Angelo Dundee durch seine riskante Taktik. Anstatt durch Schnelligkeit und Tanzen wie fruher zu versuchen, den harten Schlagen Foremans auszuweichen, liess er sich von diesem fast ohne Gegenwehr verprugeln, indem er sich in den Seilen weit nach hinten lehnte. Damit war der Kopf ausserhalb von Foremans Reichweite, den gut durchtrainierten Korper konnte er durch die Arme schutzen, zudem federten die Seile die Schlage ab. Da Ali vorher kaum Chancen eingeraumt wurden, uberhaupt die zweite Runde zu uberstehen, wurde dieses Verhalten als selbstmorderisch angesehen.

In den Kampfpausen wurde versucht, die relativ schlaffen Seile zu spannen, aber Ali spielte weiterhin sein 'rope-a-dope' genanntes Spielchen, obwohl ihm der Trainer zurief, er solle unbedingt weg von den Seilen und vor allem weg von Foreman und dessen Fausten. Ali jedoch suchte geradezu Foremans Nahe, um ihm zuzuflustern: 'Ist das alles was Du hast, George?'.

Da Foreman seine bisherigen Gegner meist in wenigen Runden k.o. geschlagen hatte, baute er bald konditionell ab, und Ali konnte sich mit Kontern aus der Deckung heraus immer besser in Szene setzen. In der 8. Runde dann schlug Ali Foreman nieder, der blieb benommen und erschopft am Boden, und der Kampf war entschieden.

Ali hatte mit einer taktischen und kampferischen Meisterleistung den Titel, den man ihm sieben Jahre zuvor aus politischen Grunden weggenommen hatte, sensationell zuruckgewonnen, und brach damit als zweiter Schwergewichtsprofi nach Floyd Patterson das ungeschriebene Gesetz des Boxens: 'They never come back'. George Foreman schaffte dieses Kunststuck zwanzig(!) Jahre spater ebenfalls, was die Starke von Foreman verdeutlicht und die Leistungen seiner Gegner aus den 1970er Jahren deutlich aufwertet.

Danach verteidigte Ali seinen Titel mehrmals, unter anderem 1975 erneut gegen Frazier im 'Thrilla in Manila' (Philippinen), in einem brutalen Kampf, von dem er selbst sagte, dass er in diesem die Nahe des Todes gespurt habe.

Eine Titelverteidigung gegen den 35jahrigen Chuck Wepner, der 15 Runden tapfer und blutuberstromt gegen Ali durchhielt, diente Sylvester Stallone als weitere Inspiration fur seinen Film 'Rocky'. Ein vermeintlicher Schaukampf fur hohes Preisgeld in Japan, gegen den japanischen Catcher Inoki, erwies sich als peinliche und gefahrliche Farce, da der Asiate auf dem Boden liegend nach den Beinen Alis trat und diesen am Schienbein verletzte, was zu einer Entzundung fuhrte.

Aufgrund schlechter Trainingsvorbereitung und mit Ubergewicht verlor Ali 1978 seine WM-Titel an Leon Spinks, einen Olympiasieger von 1976, der als Profi bisher wenig in Erscheinung getreten war. Obwohl einer der konkurrierenden Boxverbande zuerst einen Kampf gegen Ken Norton forderte, gewahrte Spinks Ali einen Ruckkampf um den Titel des anderen Verbandes. Sechs Monate spater, im September 1978, gewann der nun besser trainierte Ali ein drittes und letztes Mal einen Weltmeisterschaftstitel zuruck, gegen einen Titelverteidiger, der seinen Ruhm zu sehr genossen hatte.

Nach dem Kampf trat Ali klugerweise vom Boxsport zuruck. Zu dem Zeitpunkt war Alis fruher flinke Zunge schon deutlich langsamer geworden, die Sprache wurde nuschelnd. Dies wurde von vielen als Folge seiner langen Boxkarriere angesehen, obwohl Ali aufgrund seiner Schnelligkeit jedoch deutlich weniger Kopftreffer einstecken musste als die meisten anderen Boxer.

Im Herbst 1980 versuchte Ali, gelockt durch hohe Preisgelder, zum vierten Male Weltmeister zu werden, gegen seinen fruheren Sparringspartner Larry Holmes. Nach zehn Runden warf Alis Trainer jedoch das Handtuch und beendete den ungleichen Kampf. Danach liess man ihn in den USA nicht mehr boxen, so dass der Kampf gegen Trevor Berbick 1981 als 'Drama auf den Bahamas' stattfand.

Nach dem Karriereende 1981

Das inzwischen unubersehbare Zittern von Stimme und Gliedern war Symptom der Parkinsonschen Krankheit, die 1982 bei Ali diagnostiziert wurde. Da seine geistigen Fahigkeiten kaum beeintrachtigt waren, liess er es sich nicht nehmen, weiterhin weltweit im offentlichen Leben aktiv zu sein und sich fur wohltatige Zwecke einzusetzen. Unter anderem engagierte er sich fur die Verstandigung zwischen der westlichen und der islamischen Welt, etwa bei Verhandlungen zur Freilassung von Geiseln im Libanon, oder im November 1990 anlasslich eines Besuchs bei Saddam Hussein, worauf dieser 15 'menschliche Schutzschilde' freiliess. Insbesondere seit den Terror-Anschlagen vom 11. September 2001 tritt er als Botschafter seines Glaubens auf, der die friedliche Grundhaltung dieser Religion betont.

1996 entzundete Ali vor einem geruhrten Weltpublikum als Uberraschungsgast mit zitternder Hand das olympische Feuer in Atlanta. Bei dieser Gelegenheit uberreichte man ihm auch einen Ersatz fur die weggeworfene Medaille von 1960. 1999 wurde er vom Internationalen Olympischen Komitee zum Sportler des Jahrhunderts gewahlt.

Die Legende Ali

Ali machte immer wieder Scherze uber sein angeblich bevorstehendes Comeback. Als sein fruherer Gegner George Foreman 1994 sensationell nach 20 Jahren wieder einen WM-Titel gewann, kundigte der uber 52jahrige Ali an, den 8 Jahre jungeren Foreman nochmal wie schon 1974 schlagen zu wollen. Zeitungen, irritiert durch die unerwarteten Erfolge Foremans, brachten diese Meldung vorsichtshalber im Sportteil anstatt im Panorama.

Muhammad Ali ist und bleibt eine der popularsten Personlichkeiten der Welt. Im Jahr 2001 wurde seine Lebensgeschichte unter dem Titel Ali von Michael Mann verfilmt. Der Hauptdarsteller Will Smith wurde fur den Oscar nominiert, der Titelsong The World's Greatest von R Kelly wurde weltweit ein Hit.

Im Fruhjahr 2004 ist Muhammad Ali der Star einer Werbekampagne eines Sportartikelherstellers, bei dem unter dem Motto Nichts ist unmoglich (Impossible is nothing) diverse aktuelle Sportler auftreten, die Schwierigkeiten uberwunden haben, darunter Fussball-Star David Beckham. Einer der Spots, die in Kinos und im TV gezeigt werden, 'The Long Run', basiert auf Aufnahmen aus dem 1996 Oscar-pramierten Dokumentarfilm 'When we were Kings' von Leon Gast, die vor dem WM-Kampf 1974 in Afrika gemacht wurden. Ali joggt dabei im Morgengrauen als Anfuhrer einer Gruppe von aktuellen Sportstars, die elektronisch einkopiert wurden.

In einem zweiten Spot tritt Alis Tochter Laila gegen ihren Vater an, wieder einkopiert in alte Aufnahmen. Hier kommen Alis Qualitaten als charismatischer Entertainer ebenso zur Geltung wie sein 'Ali Shuffle' oder sein Kampfstil, bei dem er die Gegner durch flinkes Ausweichen ins Leere schlagen liess.

Ausserhalb des Rings

Ali verliess im Alter von 16 Jahren die Schule mit schlechten Noten und konzentrierte sich voll und ganz auf sein Boxtraining. Seine Karriere erlaubte ihm im Mai 1964 eine ausgedehnte Reise durch Afrika zu unternehmen und neben touristischen Aktivitaten auch verschiedene Politiker zu treffen. 1967 heiratete Ali seine zweite Frau Belinda, mit der er funf seiner neun Kinder hat (Maryum, Muhammad Junior, Rasheeda und Jamillah). Seine Tochter Laila Ali hat sich fur eine Karriere als Profiboxerin entschlossen und feierte einige Erfolge. 1975 trennte er sich von Belinda, die er bereits mehrere Monate mit Veronica Porche betrog - Veronica und er heirateten 1977. Seine vierte Heirat, 1986, fand mit Lonnie Williams statt, die er bereits seit seiner Kindheit kannte. Zu diesem Zeitpunkt war seine Krankheit schon weit fortgeschritten.

Kampfrekord

Sein Kampfrekord als Profi besteht aus 56 Siegen und 5 Niederlagen, wovon er nur 3 wahrend seiner regularen Laufbahn hinnehmen musste (1971 gegen Frazier, gegen Norton, 1978 gegen Spinks). Nach dem Rucktritt 1978 als Weltmeister kamen noch zwei weitere (1980 Holmes, 1981 gegen Berbick) hinzu.

Zitate

Template:Wikiquote1

  • 'Was, ich bekomme nur einen?' - Ali auf die Ankundigung, anlasslich seines 60. Geburtstags einen Muhammad-Ali-Tag abzuhalten
  • 'Nicht nur George Foreman wird fallen, Berge werden einsturzen.' - Ali vor dem 'Rumble in the Jungle'
  • 'Ihr seid gar nicht so dumm, wie ihr ausseht' - Ali 1963 zu den Beatles
  • 'Das wird ein Thrilla, Chilla, Killa, wenn ich ihn mir vornehme, diesen Gorilla in Manila.' - Ali vor dem 'Thrilla in Manila'
  • 'Ich bin so schnell, dass ich, als ich gestern Nacht im Hotelzimmer den Lichtschalter umlegte, im Bett lag bevor das Licht aus war.' ('I'm so fast that last night I turned off the light switch in my hotel room and was in bed before the room was dark.')
  • 'Ich weiss nicht immer, wovon ich rede. Aber ich weiss, dass ich recht habe.'
  • 'Er ist zu hasslich, um Weltmeister zu sein!' (Uber Sonny Liston)
  • 'Ich bin nur ein Fighter. Nichts weiter. Wenn es um Grosse geht, sieh dir Ali an.' (Sugar Ray Leonhard uber Ali)
  • 'Der Kampf wird nicht vor den Zuschauern gewonnen oder verloren, sondern lange bevor ich unter den Lichtern tanze.' (Ali uber seine 'grosse Klappe')
  • 'Fur das Selbstbewusstsein der Schwarzen nicht nur in Amerika hat Ali vielleicht mehr getan als Martin Luther King, Malcolm X, Patrice Lumumba und Bill Cosby zusammen.' (Jan Phillip Reemtsma uber Ali)
  • 'Wer nur davon traumt, mich zu schlagen, sollte aufwachen und sich dafur entschuldigen.' ( Muhammad Ali)

Literatur

  • Muhammad Ali (mit Richard Durham): Der Grosste: meine Geschichte. Verlag Droemer Knaur, Munchen 1976. ISBN 3-426-05600-3
  • David Remnick: King of the World. Der Aufstieg des Cassius Clay oder: Die Geburt des Muhammad Ali. Berlin Verlag, Berlin 2000, ISBN 3827003393. (Rezensionen(http://www.perlentaucher.de/buch/1099.html))
  • Harald Kramer und Fritz K. Heering: Muhammad Ali Rowohlt Verlag, Reinbek 2001. ISBN 3-499-50643-2

Weblinks

  • http://www.float-like-a-butterfly.de/ Deutschsprachige Webseite uber Ali
  • Artikel bei sbznet.de: 'Muhammed Ali: Eine lebende Legende'(http://www.sbznet.de/?rubrik=sport&thema=02-03-18-01)
  • Template:IMDb Titel

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